Mit einem kleinem Stich zum Lebensretter werden

Vorarlberg / 07.12.2021 • 16:53 Uhr
Ein großartiges Ergebnis erzielte die Blutspendeaktion im Vereinsaal in Rankweil. 166 Blutkonserven wurden abgenommen.<span class="copyright">TAY</span>
Ein großartiges Ergebnis erzielte die Blutspendeaktion im Vereinsaal in Rankweil. 166 Blutkonserven wurden abgenommen.TAY

18 Personen feierten in Rankweil ihre Blutspenderpremiere.

Rankweil Zahlreiche Spender betreten das Vereinshaus Rankweil. Freundlich bietet das Personal ein Gratisgetränk an. „Sie sind Erstspender? Dann greifen Sie lieber nach einer Cola“, empfiehlt ein Zivildiener. Zuerst werden die Personalien aufgenommen, Blutdruck gemessen und ein Fragebogen ausgefüllt – alle Angaben unterliegen strengen Datenschutzrichtlinien. Ein kleiner Stich ins Ohrläppchen sorgt für die notwendige Bestimmung von Hämoglobin und Blutgruppe (A, B, AB, 0). Abschließend wird noch die Temperatur im Ohr gemessen und schon kann es – mit dem Fragebogen im Gepäck – zur Warteschlange weitergehen.

460 Milliliter Spende

Für die meisten ist die Prozedur Routine. Einige Erstspender werden beim Anblick der vielen Konserven und Blutbeutel trotzdem nervös. Schon geht es zum Gespräch mit den Ärzten Nesensohn und Leisner. Sie überprüfen die Angaben des Fragebogens und geben ihr „Okay“. Jetzt wird nur noch ein Foto für den Spenderausweis, der Auskunft über die eigene Blutgruppe gibt, geknipst. Und schon geht es auf die Liege. Immer wieder werden die Spender aufgefordert, ihre Personalien zum Abgleich zu bestätigen, denn Verwechslungen hätten fatale Folgen. Ein kleiner Stich und wenige Minuten später ist der Beutel mit rund 460 Milliliter Blut gefüllt. Nach der Blutabnahme wird manchen Spendern blitzartig schlecht und sie müssen sich hinlegen. „Das ist ganz normal“, sagt die Sanitäterin. „Füße hochlegen, Traubenzucker naschen und Ihnen wird es gleich besser gehen.“ Tatsächlich: Nach fünf Minuten steht ein Erstspender wieder sicher auf den Beinen. Dann geht es ein paar Meter weiter zu den Rankler Pfadfindern. Dort bekommen alle Blutspender als Dankeschön noch einen Jutebeutel mit einigen Leckereien. So einfach können Menschenleben gerettet werden.

In Österreich wird alle 90 Sekunden eine Blutkonserve benötigt, 1000 Konserven kommen täglich zur Behandlung von Patienten zum Einsatz. „Das Blut ist 42 Tage haltbar und wird im Blutdepot in Feldkirch gelagert“, erklärt Michael Hamel vom Roten Kreuz. Im Schnitt stehen dort etwa 500 bis 600 Blutkonserven zur Verfügung. „Bei der Blutspendeaktion in Rankweil konnten wir insgesamt 166 Blutkonserven abnehmen“, so eine der an der Blutspendeaktion beteiligten Diplomkrankenschwester. Ebenso erfreulich: Unter den zahlreichen Spendern waren auch 18 Erstspender. TAY

Verpflegung gab es im Anschluss von den Pfadfindern.
Verpflegung gab es im Anschluss von den Pfadfindern.
Auch diese zwei Spender ließen sich anzapfen.
Auch diese zwei Spender ließen sich anzapfen.
Das Rote Kreuz sorgte für den reibungslosen Ablauf.
Das Rote Kreuz sorgte für den reibungslosen Ablauf.