Skivergnügen dank Ehrenamt

Vorarlberg / 05.12.2021 • 16:57 Uhr
Führungsteam der Betreibergemeinschaft Schilift Bazora: Werner Gstach, Ludwig Müller, Hans Wagner, Hubert Gstach, Anton Gabriel und Walter Gabriel.<span class="copyright">Betreibergemeinschaft</span>
Führungsteam der Betreibergemeinschaft Schilift Bazora: Werner Gstach, Ludwig Müller, Hans Wagner, Hubert Gstach, Anton Gabriel und Walter Gabriel.Betreibergemeinschaft

Drei Frastanzer Wintersportvereine gründeten vor über 25 Jahren die Betreibergemeinschaft Schilift Bazora.

Frastanz Bei schneereicher Witterung ist ein Winter ohne ein paar Schwünge auf Bazora heute für viele unvorstellbar. Gäbe es in Frastanz nicht drei aktive Wintersportvereine mit Hunderten Mitgliedern, die „für a Pärle Landjäger und a Fraschtner Bier“ unzählige ehrenamtliche Einsatzstunden leisten, sähe es heute allerdings schlecht aus für einen Betrieb des Skilifts Bazora. Denn der Fortbestand des Lifts stand schon einmal auf der Kippe.

Schlüssel zur Sicherung

Da der Liftbetrieb aufgrund Schneemangels und der schlechten Möglichkeiten zur Pistenpräparierung unrentabel wurde, drohte im Jahre 1994 die Betriebseinstellung. In dieser Situation schlug die Stunde der mitgliederstarken Frastanzer Wintersportvereine. Vertreter des Schiklubs Frastanz, der Figl Fan Frastanz und des WSV Fellengatter setzten sich gemeinsam den Erhalt und Weiterbetrieb des Skilifts Bazora zum Ziel.

Nach zahlreichen Besprechungen untereinander, mit dem Lifteigentümer, der Gemeinde und der Alpgenossenschaft war der Weiterbetrieb zunächst für eine Saison gesichert. Der Schlüssel zur dauerhaften Sicherung des Liftbetriebs war schließlich die Gründung der Betreibergemeinschaft Schilift Bazora durch die drei Frastanzer Wintersportvereine. Mitglieder der Vereine sichern seither den regelmäßigen Liftbetrieb ab Freitagmittag sowie an Samstagen, Sonntagen, Feiertagen und Ferientagen ganztägig.

Stützen des Bazoralifts

Um bei geeigneter Witterung einen reibungslosen Liftbetrieb zu garantieren, sind zwei starke Stützen besonders hervorzuheben: Werner Gstach, als Betriebsleiter zuständig für den Liftbetrieb, und Anton Gabriel, zuständig für Piste und Beschneiung. Beide sind von Kindesbeinen an eng mit dem Lift verbunden. Neben Werner und Toni sind auch ihre Söhne Christian und Marc immer öfter rund um die Bazora-Skipiste im Einsatz. Ebenso sind Ludwig „Luki“ Müller und Walter Gabriel als Teil des Führungsteams unentwegt und unermüdlich für den Liftbetrieb aktiv.

Als ehrenamtlicher Geschäftsführer koordiniert Hubert Gstach die einzelnen Einsätze. Der 68-Jährige lebt in Frastafeders und ist seit Jahrzehnten nicht nur bei den Figlern, sondern auch im Schiklub Frastanz und bei der freiwilligen Feuerwehr engagiert.

In 25 Jahren hat sich viel verändert

Mit der Betreibergemeinschaft hat sich auf Bazora viel getan. Zur Pistenpräparierung wurden Pistenwalzen angeschafft. Auf die zuletzt erworbene Pistenwalze wurde in aufwendiger Eigenregie eine Seilwinde gebaut, die die Präparierung des Steilhangs erleichtert. Eine Kleinbeschneiungsanlage sichert den Untergrund an kritischen Stellen.

An der Talstation wurde eine Garage für die Pistenraupe errichtet. An der Bergstation wurde 2004 eine neue Holzhütte erbaut, in die inzwischen Toiletten eingebaut wurden. Von der Tal- bis zur Bergstation wurde eine Strom- und Wasserleitung selbst verlegt. „Durch die Zusammenarbeit mit den E-Werken Frastanz werden neben der Bergstation nun auch die Skihütte und die Bazora-Alpe mit Strom versorgt“, erklärt Gstach.

Abseits des Liftbetriebs sind die Ehrenamtlichen jedes Jahr rund 700 Stunden im Einsatz.
Abseits des Liftbetriebs sind die Ehrenamtlichen jedes Jahr rund 700 Stunden im Einsatz.

Bevor die Skipiste Bazora die Wintersaison eröffnet, sind jedes Jahr Hunderte Stunden freiwilliger Ehrenarbeit gefordert: Steine werden beseitigt, Disteln werden gemäht, und auch eine jährliche Heuaktion unterhalb der Alpe ist zur Pistenerhaltung notwendig. Zum Schutz vor Schneeverfrachtungen am Steilhang werden Schneefangzäune errichtet.

Damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann, wird in die Infrastruktur investiert. Hier wird etwa der Schlauch für die Beschneiung verlegt.
Damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann, wird in die Infrastruktur investiert. Hier wird etwa der Schlauch für die Beschneiung verlegt.

Bevor der Lift erste Gäste hinaufbefördert, kommt er nochmals genau unter die Lupe. Der technisch einwandfreie Zustand wird extern überprüft und das Seil wird geröntgt.

Die Piste muss auch ohne Schnee in Schuss gehalten werden. Jedes Jahr findet daher eine Heuaktion unterhalb der Alpe statt.
Die Piste muss auch ohne Schnee in Schuss gehalten werden. Jedes Jahr findet daher eine Heuaktion unterhalb der Alpe statt.

Liftzukunft ist gesichert

Auch weiterhin werden sich Figl Fan Frastanz unter der Leitung von Obmann Peter Gstach, der Schiklub Frastanz unter der Leitung von Pierre Egger und der Wintersportverein Fellengatter unter dem Obmann Klaus Bertsch für den dauerhaften Betrieb und Erhalt der geliebten Hauspiste Bazora starkmachen. Den eigentlichen Liftbetrieb nicht eingerechnet, werden jährlich rund 700 ehrenamtliche Einsatzstunden verrichtet – für ein Feierabendbierchen und ein Vesper vom Metzger Joe.

Dass das beliebte Skigebiet Bazora auf Dauer gesichert ist, ist den Hunderten Stunden Freiwilligenengagement gedankt.<span class="copyright">HEilmann</span>
Dass das beliebte Skigebiet Bazora auf Dauer gesichert ist, ist den Hunderten Stunden Freiwilligenengagement gedankt.HEilmann

Zum Dank dafür bleibt die Traumpiste am Hausberghang mit Panoramablick bis zum Bodensee auch in Zukunft für Vereinssport und Wintersportgäste erhalten. Die durch das Ehrenamt stabilen Preise sichern dem traditionsreichen Skilift ein treues Publikum. HE