“Wir müssen jetzt nach vorne schauen”

Vorarlberg / 03.12.2021 • 04:00 Uhr
"Wir müssen jetzt nach vorne schauen"
Bundesparteitag der ÖVP im August 2021. Kurz und Marte erhielten beide 99,4 Prozent der Delegiertenstimmen. APA

Kurz´Stellvertreterin Veronika Marte ist vom Rücktritt überrascht. Jetzt müsse der Blick in die Zukunft gerichtet werden.

Bregenz Es war ein Paukenschlag. Die Nachricht vom politischen Rückzug des Altkanzlers und ÖVP-Bundesparteiobmanns Sebastian Kurz hat heute viele kalt erwischt. Selbst für langjährige Weggefährten wie Veronika Marte, die seit Juli 2017 Stellvertreterin des Parteiobmanns ist, kam der Schritt unerwartet. “Ich war sehr überrascht, respektiere aber die Entscheidung natürlich”, so die Bregenzerin. Die letzte Zeit mit den laufenden Anschuldigungen müsse für Kurz sehr belastend und zermürbend gewesen sein. Deshalb könne sie den Schritt auch nachvollziehen. Persönlich tue es ihr sehr leid.

“Werte sollten unsere Farbe sein”

Für die Partei gelte es jetzt, den Blick nach vorne zu richten. “Wir müssen überlegen, wie die Zukunft aussehen wird, wie wir als Partei weiterarbeiten.” Mehr Schwarz als Türkis? Es müsse eine Volkspartei sein. “Die Werte sollten unsere Farbe sein”, sagt Marte. Die Situation könne jedenfalls auch eine Chance sein. “Der Zusammenhalt ist jetzt wichtig. Offenheit nach innen und Geschlossenheit nach außen”, beschreibt die 39-Jährige die aktuelle Situation ihrer Partei.

Gewählte Obmannstellvertreterin

Im August wurde Kurz mit 99,4 Prozent der Delegiertenstimmen erneut zum Bundesparteiobmann gewählt, Marte als Stellvertreterin mit demselben Ergebnis bestätigt. Sie habe die Aufgabe für Kurz sehr gerne gemacht. “Ich bin gewählte Stellvertreterin. Wenn es einen neuen Obmann oder eine neue Obfrau gibt, die ein anderes Team wollen, dann ist das für mich okay.” Wer der neue starke Mann oder die starke Frau in der Partei sein könnte? Da wisse sie auch nicht mehr, als in den Medien kolportiert wird. Schon für morgen, Freitag, ist jedenfalls kurzfristig eine Sitzung des Bundesparteivorstands einberufen worden.

"Wir müssen jetzt nach vorne schauen"
Marte arbeitete viele Jahre eng mit Kurz zusammen. Dieses Bild zeigt sie im Jahr 2013, als Kurz bereits Staatssekretär war. APA