Bei der Unterflurtrasse der Bahn drängt die Zeit

Bregenzer Stadt-VP fordert rasches Handeln und Einigkeit im Land.
Bregenz Eine Jahrhundertvision nimmt weiter Fahrt auf. Seit die Vorstudie „Unterflurlegung der ÖBB-Eisenbahn im Großraum Bregenz“ sowohl die Machbarkeit als auch Finanzierbarkeit einer unter der Erdoberfläche verlaufenden Bahntrasse zwischen Hörbranz-Staatsgrenze und Güterbahnhof Wolfurt bestätigt hat, formiert sich politischer Wille in der Landeshauptstadt wie auch in Umlandgemeinden. Zuletzt hat die Gemeindevertretung in Lauterach mit einem Mehrheitsbeschluss, das Vorhaben weiter vorantreiben zu wollen, ein Signal gesetzt (die VN berichteten). Nun soll das Tempo erhöht werden. „Wir müssen jetzt rasch eine gemeinsame Linie finden“, sagt die Bregenzer Stadträtin Veronika Marte (39, ÖVP).

Die Stadt-VP drängt auf Einigkeit der Entscheidungsträger in Vorarlberg und rasches Handeln. „Wir müssen schnellstmöglich eine Planungsgruppe erstellen und es schaffen, dass das Projekt von den ÖBB im Rahmenplan ab 2026 berücksichtigt wird“, fordert Marte. Man müsse jetzt einen Schritt weiterkommen. Aus der Vision solle ein konkretes Ziel werden.

Für die Volkspartei in Bregenz hat die Bahn höchste Priorität. Das treffe sowohl für den Bahnhofsneubau zu als auch für die Unterflurtrasse, konkretisiert die Stadträtin. Andere Vorhaben, wie etwa der Masterplan Bregenz-Mitte, seien weit weniger dringlich. Um den Personen- und Güterverkehr klimafreundlich auf die Schienen zu bringen, brauche es jetzt den grenzüberschreitenden Ausbau der Bahninfrastruktur. „Eine Unterflurtrasse hätte eine große Entlastungswirkung und würde wieder mehr Lebensraum bedeuten“, so Marte.

Das sehen auch die politisch Verantwortlichen in der angrenzenden Marktgemeinde Lauterach so. In einer unter der Erdoberfläche verlaufenden Bahntrasse sieht Bürgermeister Elmar Rhomberg eine historische Chance, dass der Ort wieder zusammenwachsen kann. Große Flächen würden zurückgewonnen, das Ortsbild ein anderes werden. „Wenn es diese Chance gibt, dann muss man sie auch ergreifen“, so der Langzeitbürgermeister.
Wichtiges Signal
Mit dem grünen Licht aus Lauterach für ein Vorantreiben des 1,5 Milliarden Euro teuren Vorhabens kommt weitere Dynamik in die Jahrhundertvision. Es sei wichtig, das losgelöst von der Landeshauptstadt zu betrachten. „Die Unterflurtrasse ist kein ausschließliches Bregenz-Projekt“, freut sich Veronika Marte über die Initiative der Nachbargemeinde. Sie habe das Gefühl, dass jetzt wirklich Bewegung in die Sache komme.