Warum der Lockdown auch die Leukämiehilfe hart trifft

Viele Benefizveranstaltungen mussten abgesagt werden.
Hard „Wieder sind wir in einem Lockdown gelandet und mussten alle Benefizveranstaltungen und viele Typisierungen absagen oder verschieben.“ Bei Susanne Marosch schwingt tiefes Bedauern mit. Die Russpreisträgerin und Obfrau des Vereins „Geben für Leben“ weiß um die dramatischen Folgen, die mit den massiven pandemiebedingten Einschränkungen einhergehen.

Sie treffen besonders jene Menschen, die auf eine lebensrettende Stammzellspende warten. Auch die Spendenschecks, die sonst zahlreich um diese Zeit aus der Wirtschaft kommen, brechen ein. „Viele Unternehmen sind verunsichert“, zeigt Marosch Verständnis für deren Situation. Sie kann immer noch auf private Gönner bauen, ist aber für jede Unterstützung dankbar.
Typisierungsaktion für Sandra
Ganz geschlagen gibt sich der Verein dem Coronavirus jedoch nicht. Am letzten Tag des aktuellen Lockdowns, also am 12. Dezember, findet am Sportplatz Haselstauden in Dornbirn von 10 bis 14 Uhr eine Typisierungsaktion für Sandra statt. Die 45-Jährige Mutter von zwei Buben liegt derzeit im Krankenhaus und muss eine schwere Chemotherapie über sich ergehen lassen. Fast allein, denn Besuche im Spital sind nur eingeschränkt möglich. „Sie braucht dringend einen Stammzellspender“, bestätigt Susanne Marosch. Gleiches gilt für Lucia (41) aus Gaissau. „Immer wieder suchen wir weltweit in den Datenbanken nach Spendern, es gab bislang jedoch keinen Treffer“, sagt Marosch und ihre Stimme klingt bedrückt. Sandra und Lucia sind nicht die einzigen. Auch Amber (8), Mahir (1) und Ali (19) hoffen auf ein Weihnachtswunder.
Unter diesen Titel hat Susanne Marosch jetzt eine Initiative abseits der Pandemie gestellt. „Wir können nichts tun oder die die Zügel selbst in die Hand nehmen.“ Sie entschied sich für Letzteres. Der Verein offeriert seinen Unterstützern dafür verschiedene Möglichkeiten. „Wer online bei Amazon bestellt, kann vorher Amazon Smile einrichten und den Verein als Begünstigten angeben. Dann geht ein Teil der Einnahmen an uns, ohne dass der Kunde mehr zahlt“, nennt Marosch ein Beispiel. Allein durch diese Aktion kamen schon über 10.000 Euro herein. Auf Plattformen wie Facebook und Instagram können Kontakte zu einer Spendenaktion aufgerufen werden. „Auch das bringt uns viel“, sagt Susanne Marosch. Sie würde sich außerdem wünschen, dass die Aktivitäten des Vereins weitere Kreise in den sozialen Medien ziehen. „Es gibt immer noch Menschen, die nicht wissen, wie einfach es ist, Hilfe zu leisten.“ Um passende Stammzellspender zu finden, müssen sich nämlich viele Menschen typisieren lassen.
Wettlauf gegen die Zeit
Immer mehr nützen dafür Typisierungssets, die vom Verein bei Bedarf zugeschickt werden. Heuer waren es rund 26.000, der Rücklauf betrug 80 Prozent. „Wir sind ständig auf der Suche nach gesunden Menschen zwischen 17 und 45 Jahren, die sich typisieren lassen wollen“, macht Susanne Marosch gerne Werbung in eigener Sache, aber: „Wartet nicht zu lange. Bei allen Patienten ist es ein Wettlauf gegen die Zeit“, bittet sie. Da jede Typisierung 40 Euro kostet, ist der Verein auch über jeden Spendencent froh.
Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich, Sparkasse Bludenz, IBAN: AT39 2060 7001 0006 4898