Zukunft des Gasthauses Adler weiter in der Schwebe

Pächtersuche für Traditionsgasthaus in Klaus gestaltet sich schwierig – alternative Bewirtschaftung steht im Raum.
Klaus Eine Rückblende: Im Mai 2019 schloss das damalige Betreiberpaar Breuss die Türen des Gasthauses in der Gemeinde Klaus. Nach 80 Jahren durchgängigen Betriebs blieb die Küche im Adler plötzlich kalt. Nicht die Rentabilität war das Problem, vielmehr die vergebliche Suche nach dem nötigen Personal war ausschlaggebend. Anfang des Jahres erwarb schließlich die in Feldkirch ansässige APF Immobilien GmbH bzw. deren Alleineigentümer Edwin Schädler das Haus und begab sich auf Pächtersuche – bisher erfolglos.
Dies führte nun zu zwei Anfragen seitens der Klauser Opposition im Rahmen der letzten Gemeindevertretungssitzung. So wollte man von Bürgermeister Simon Morscher den letzten Stand der Dinge wissen, der dann von laufenden Gesprächen mit dem Eigentümer berichtete. Letztlich wurde das Gemeindeoberhaupt einstimmig beauftragt, die Bemühungen rund um den Adler zu intensivieren und weiterhin aktiv in Kontakt mit dem Eigentümer zu bleiben. So weit so unspektakulär, im Hintergrund verbergen sich aber noch einige Details, die die Situation nicht einfacher machen.
Parken nur mit heimischer Küche
Ein Kaufvertrag aus dem Jahr 2000, als die Gemeinde seinerzeit das Gasthaus an einen privaten Betreiber verkaufte, besagt nämlich, dass die Parkplätze, die sich rund um den Adler befinden und die weiterhin im Eigentum der Gemeinde sind, nur dann benützt werden dürfen, wenn ein gutbürgerlicher Gasthausbetrieb mit heimischen Speisen erfolgt. Zwar wurde diese strikte Formulierung später auf auch sonstige europäische Küche erweitert, die inhaltliche Absicht des Vertrags ist aber klar, dass an sich nur ein heimischer Gasthausbetrieb erwünscht und möglich wird, ansonsten erlischt das Recht zur Benützung der Parkplätze. Inwiefern so eine Regelung rechtlich haltbar wäre, ist offen, aktuell entsteht daraus aber ein Problem. Da sich im Adler in den oberen Stockwerken ebenfalls einige Wohnungen befinden, ist das Parken der Mieter derzeit eigentlich illegal. Die Opposition pocht auf jeden Fall auf diese Vertragsklausel und möchte nach Erteilung einer entsprechenden Frist, dass die Gemeinde das Parken dann vor Ort unterbindet.
Schwierige Suche
Man ist also gewillt, den Druck auf den Eigentümer zu erhöhen, der die Lage naturgemäß anders sieht. So gab und gebe es zwar laufend Interessenten. Aufgrund der Pandemielage sei es aber für die potenziellen Pächter derzeit schwer. Küchenkonzepte abseits der heimischen Küche habe es genügend gegeben, aber die Bedingung sei auch vonseiten Schädlers immer ein gutbürgerlicher Betrieb gewesen, wie er betont. Seitens Gemeinde habe man auch ein von ihm angebrachtes Werbeplakat beeinsprucht – da es nicht zum Ortsbild passen würde – was seine Bemühungen, einen Pächter zu finden, nicht gerade vereinfacht hätten.

„So eine Genossenschaft muss aus der Bevölkerung heraus entstehen.“
Simon Morscher
Bürgermeister
Genossenschaft im Gespräch
Abseits von der Pächtersuche und dem politischen Druck tauchten dann aber weitere Ideen zur Zukunft des Adler auf, wie etwa jene zur Gründung einer Genossenschaft, die den Betrieb führen soll. Einer Idee, der Schädler offen gegenübersteht und auch bei Bürgermeister Morscher auf Zustimmung treffen würde, der gleichzeitig aber feststellt: „So eine Genossenschaft muss aus der Bevölkerung heraus entstehen, ich sehe die Gemeinde nicht als Gasthausbetreiber, Unterstützung würde es aber selbstredend geben.“ CEG