Rinder-TBC: Gefahr durch Wild ungebrochen

Bald schon werden wieder die Rinder in den Viehställen der Risikogebiete auf den Erreger getestet.
Bregenz, Bludenz Der Rotwildraum 2, der das Silbertal, das Klostertal und den Bereich Lech umfasst, hat einen schlechten Ruf. Von dort werden immer wieder Fälle von TBC-befallenen Rotwildtieren gemeldet, welche mutmaßlich den Erreger auf Vieh übertragen.
Das scheint auch heuer nicht anders zu sein. Stand 17. November sind laut Wildbiologe Hubert Schatz in diesem Gebiet 9,6 Prozent aller Rotwildtiere mit dem Erreger infiziert. “Von 272 Stück waren es 26”, berichtet Schatz. Das Sorgengebiet bleibt das Silbertal mit 12,5 Prozent. “In Lech und Klostertal waren es nur je zwei Prozent der Wildtiere”, ergänzt Schatz.
Jagen bis Ende März
Ausdrücklich betont Schatz, dass sich die Situation auch wieder schnell ändern könne. Der Bludenzer Bezirkshauptmann Harald Dreher will die Momentaufnahme grundsätzlich nicht für eine seriöse Behandlung des Problems heranziehen. Sorgen macht er sich trotzdem. “Wir halten derzeit bei drei TBC-Verdachtsfällen bei Rindern und wir wissen natürlich, dass uns das Problem TBC noch lange begleiten wird.” Beunruhigend wirken in diesem Zusmamenhang vereinzelte Fälle von offener TBC bei Rotwild.
Über das laufende Jagdjahr speziell im Silbertal, das recht ambitioniert begonnen hatte, möchte Dreher zum jetzigen Zeitpunkt keine Einordnung treffen. “Das Jagdjahr geht noch bis Ende März. Wir ziehen danach eine Bilanz.”
Kleinere Futterstellen
Maßnahmen zur Verbesserung der TBC-Situation in den Risikogebieten werden indes jetzt schon getroffen. “Es hat mehrere konstruktive Sitzungen mit Grundeigentümern, Jagdpächtern und Älplern gegeben. Besonders bei den Grundeigentümern, wie etwa dem Stand Montafon, orte ich eine sehr große Bereitschaft für eine Problemlösung”, erzählt Dreher.
Die konkreten Maßnahmen betreffen unter anderem die Neuzkonzeptionierung der Wildfutterstellen. Sie sollen von weniger Wild frequentiert werden und trocken sein. Geplant ist in den Risikogebieten zudem eine Erhöhung der Abschussquoten. Diese werden bald für zwei Jahre festgelegt. “Der Kampf für eine Senkung der Prävalenz beim Wild ist ein sehr langer”, macht sich Dreher keine Illusionen. Sorgen bereiten dem Bezirkshauptmann die steigende Zahl der jungen Tiere, die den Erreger in sich tragen, sowie der Anstieg bei den Fällen von offener TBC.
“Der Kampf für eine Senkung der Prävalenz biem Wild ist ein sehr langer. Das müssen wir wissen.”
Harald Dreher, Bezirkshauptmann Bludenz
TBC-Kontrollen in Ställen
Für das Wohl der Rinder und TBC-freie Ställe fühlt sich auch heuer wieder Landesveterinär Norbert Greber verantwortlich. Bald beginnen wieder die Testungen der Tiere in den Ställen. “Es werden 800 Betriebe mit circa 9000 Tieren von 15 Veterinären kontrolliert”, berichtet der Landesveterinär. Eine Einschätzung über das Ergebnis möchte er dabei nicht vornehmen.