Endspurt bei der Autobahn

Vorarlberg / 28.11.2021 • 20:00 Uhr
Endspurt bei der Autobahn
Rheintal-Mitte von oben: Weil noch einige Details fehlen, verschiebt sich die Eröffnung um einige Wochen. VN/Stiplovsek

Anschluss Rheintal-Mitte steht kurz vor der Fertigstellung. Heuer geht es sich allerdings nicht mehr aus.

Dornbirn Im Frühling wurde nach umfangreichen Vorarbeiten mit dem Bau der neuen Autobahn-Anschlussstelle Rheintal-Mitte begonnen. Die Verkehrsteilnehmer müssen seither im Baustellenbereich ihr Tempo drosseln. Mittlerweile ist aber ein Ende der Einschränkungen in Sicht. Eine Fertigstellung der Arbeiten bis Ende des Jahres, wie die Asfinag erst kürzlich in Aussicht gestellt hat, geht sich trotzdem nicht aus. „Dezember schaffen wir nicht“, bestätigt Asfinag-Projektleiter Martin Kirchmair bei einem Baustellenrundgang mit den VN.

Die Straßenmarkierer haben die Arbeit bereits aufgenommen.
Die Straßenmarkierer haben die Arbeit bereits aufgenommen.

Knappe Kiste

Eigentlich sieht das Großprojekt, das von Land und Asfinag gemeinsam umgesetzt wird, schon so gut wie fertig aus. Die großen Maschinen wurden abgezogen. Die Straßenmarkierer haben die Arbeit aufgenommen. Die Ampelanlage steht. Die neue Lastenstraße, die künftig „An der Fuhr“ heißen soll, ist fertiggestellt. „Wir sind knapp vor dem Fertigwerden, aber eben nicht ganz punktgenau. Wir peilen Februar an“, sagt Kirchmair. Unter anderem müssen noch Leitschienen, Leitwände und Geländer montiert, die Entwässerungsmulden finalisiert und die Gewässerschutzanlage in Betrieb genommen werden.

Für die Verzögerungen gibt es laut dem Projektleiter mehrere Gründe. Zum einen ist da der nasse, lehmige und weiche Untergrund mit Torfeinschlüssen. „Wir haben zwar gewusst, dass das auf uns zukommt, aber es hat uns dann doch mehr beschäftigt, als wir wollten“, sagt Kirchmair. Darüber hinaus habe der Anbau an die Bestandstragwerke für Probleme gesorgt. Damit genügend Platz für die Abbiegespuren ist, mussten konkret Brücken und eine Unterführung verbreitert werden. „Die Schwierigkeit gerade bei Unterführungen ist, wie bekommt man das Ding so gut wie möglich dicht. Außerdem muss man durch die einseitige Belastung sehr darauf aufpassen, dass sich das Gesamtbauwerk nicht verdreht“, schildert Martin Kirchmair. Zu allem Überdruss hatten es die Verantwortlichen bei Stahlmaterialien, wie den Ankern, die gesetzt wurden, oder den Leitschienen, auch immer wieder mit Lieferproblemen zu tun.

Die Kreuzung mit der Lastenstraße ist mit einer Ampel geregelt.
Die Kreuzung mit der Lastenstraße ist mit einer Ampel geregelt.

Entlastung

Mit dem knapp 30 Millionen Euro teuren Projekt Rheintal-Mitte sollen die Stadtgebiete von Dornbirn und Hohenems vom Schwerverkehr deutlich entlastet werden. Die Experten rechnen mit mindestens 600 Lkw-Fahrten weniger pro Tag auf dem niederrangigen Straßennetz. Über die Lastenstraße bzw. die Straße „An der Fuhr“, die parallel zur Autobahn verläuft, wird die Anschlussstelle mit dem Messequartier verbunden. Der Kreuzungsbereich (Schweizerstraße, Lastenstraße, Auf- bzw. Abfahrt Richtung Bregenz) ist mit einer Ampel geregelt. Derzeit sei in Diskussion, ob die Lastenstraße vor der Anschlussstelle für den Verkehr freigegeben wird, sagt Thomas Fitz, Projektleiter beim Landesstraßenbauamt. „Aktueller Stand ist aber, dass beides gleichzeitig aufgeht“, ergänzt er.

Die Abfahrt in Fahrtrichtung Tirol.
Die Abfahrt in Fahrtrichtung Tirol.