Lauterach: Ein „Geisterfahrrad“ an der Problemkreuzung

Warum die Unfallhäufungstelle Achkreuzung die Straßenbauabteilung des Landes vor Probleme stellt.
lauterach Am Mittwoch wurde in Lauterach bei der Kreuzung B 190/Achstraße/Harderstraße („Achkreuzung“) ein Radfahrer von einem Lkw-Fahrer übersehen und tödlich verletzt, obwohl er auf dem Radweg unterwegs war (die VN berichteten). „Dieser Unfall wäre, so wie viele andere auch, mit einer sichereren Infrastruktur vermeidbar gewesen“, ist sich Veronika Rüdisser von der Radlobby Vorarlberg sicher.
Schweigeminute
Mit dem Aufstellen eines „Ghostbikes“, also eines „Geisterfahrrades“, und einer Schweigeminute macht die Radlobby am Samstag, 27. November, um 15 Uhr bei der Unfallstelle auf das ihrer Meinung nach dringend notwendige Umdenken in der Verkehrsplanung aufmerksam.
„Abbiegeassistenten können dazu beitragen, Unfälle mit abbiegenden Lkw zu verhindern. Noch sicherer ist es allerdings, Straßen so zu bauen, dass schwächere Verkehrsteilnehmer erst gar nicht gefährdet sind“, meint Rüdisser. „An der Unfallstelle in Lauterach wäre es etwa ein Leichtes, die Haltelinie für Fahrräder vor jene der Autos und Lkw zu ziehen. Dadurch würden Radfahrer ins Blickfeld der Auto- und Lkw-Fahrer gerückt.“ Auch eine versetzte Ampelschaltung wäre „eine von vielen möglichen Lösungen“, deren Umsetzung in der Verantwortung des Landes liege. „Angeblich wünscht sich die Gemeinde Lauterach schon seit Langem Veränderungen an dieser Kreuzung“, sagt die Radlobbyistin.
Damit liegt sie nicht falsch. Arno Schwärzler von der Abteilung Straßenbau der Vorarlberger Landesregierung bestätigt, dass auch die Gemeinde Lauterach an Verbesserungen interessiert ist. Im Mittelpunkt steht dabei allerdings keinesfalls nur mehr Sicherheit für die Radfahrer. Das Problemspektrum ist vielfältig und betrifft an dieser Stelle sämtliche Verkehrsteilnehmer, egal ob Autofahrer, Buslenker oder Fußgänger.

„An der Grenze der Leistungsfähigkeit“
„Die Achkreuzung steht an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit“, betont Schwärzler. Verursacht durch den starken Verkehr, der von Hard anrollt und auch jener Blechlawine, die sich von den Autobahnanschlüssen in Bregenz und Lauterach/Wolfurt an diesen neuralgischen Punkt heranwälzt.
Die Folgen: Immer wieder Stau, Schleichverkehr durchs Ortsgebiet und eingeschränkte Busverbindungen. „Von vier Seiten her wird nach links und rechts abgebogen, was immer wieder zur Vorrangverletzungen führt“, stellt Martin Ruff, ebenfalls von der Straßenbauabteilung, fest. Die Achkreuzung zählt zu den Unfallhäufungspunkten des Landes.

„Wir arbeiten schon lange an Lösungen, die Situation zu verbessern“, sagt Projektleiter Schwärzler. Speziell geht es darum, mehr Raum für den Verkehr an dieser beengten Stelle zu schaffen. Doch das ist nicht so einfach. So wäre es etwa ideal, würde unter anderem das ehemalige Gasthaus „Bären“ an der Harderstraße von der Bildfläche verschwinden.
Unter Denkmalschutz
Das Gebäude, das einen baufälligen Eindruck macht, steht allerdings unter Denkmalschutz. „Wir sind deshalb mit den Grundbesitzern und dem Denkmalamt im Gespräch mit dem Ziel, das Projekt durchsetzen zu können.“ Bis dahin bleibt die Achkreuzung eine Problemkreuzung.