Deswegen lassen sich Kinder in Vorarlberg impfen

Tragische Situationen in der Familie, der Sport wie auch Zuversicht sind Motivationstreiber am ersten Impftag für Kinder in Dornbirn.
Dornbirn Vielen Eltern ist es eine vertraute Umgebung, für die Hauptakteure des Freitagabends war es eine Premiere: Wieder ist die Messe zur Impfstraße umfunktioniert, nun jedoch für Kinder. Die Terminisierung sorgt für kurze Wartezeiten, in zehn Kojen warten die Ärzte auf ihre jungen Patienten, nach vollbrachter Tat gibt es einen Luftballon.

Zu den ersten Impfwilligen zählt Maurice Kornberger (11) aus Lochau. “Er sagte selbst, dass er die Impfung frühmöglichst will”, erklärt seine Mutter Jeannine. Sie ist ebenfalls überzeugt, dass die Impfung das einzige taugliche Mittel gegen das Virus ist. “Ich finde es wichtig, dass jeder seinen Beitrag leistet.” Maurice setzt vor allem auf die Vorteile. “Wenn der Lockdown endet, kann man so einfacher wieder auf Reisen gehen”, hofft der Elfjährige. In seinem Freundeskreis gibt es auch Eltern, die der Impfung kritisch gegenüberstehen. “Die einen lassen sich impfen, die anderen nicht. Das ist nicht so schlimm, solange niemand auf die Intensivstation muss, sondern nur einen milden Verlauf hat”, sagt er.

Für die Familie Ancevski aus Bregenz spricht ganz viel für die Impfung. “Ein Familienmitglied lag wegen Corona drei Wochen im künstlichen Koma auf der Intensivstation “, erklärt Vater Bojan. “Ein anderes musste auf die notwendige Chemotherapie sechs Monate lang warten.” Für die elfjährige Tochter Mia kommt ein weiterer Grund hinzu: Sie spielt Volleyball. “Da gilt bei den Turnieren sicher wieder 2G”, ist sie realistisch.

Ihr neunjähriger Bruder Jonas verweist auf die Erlebnisse in der eigenen Familie. “Ich finde es deswegen wichtig, sich impfen zu lassen”, vertraut er wie der Rest der Familie auf die Schulmedizin.

Der Hörbranzer Matteo Schwaiger ist der erste in seiner Klasse, der eine Impfung vorweisen kann. “Er sagte selbst, dass er es jetzt will”, ist Igor Nedic stolz auf den Nachwuchs. “Seine Brüder und Vater sind schon geimpft, da hatte er schon gewisse Vorbilder.” Matteo nimmt die Impfung mit Humor, aber auch mit klaren Erwartungen. “Ich mache es, um das Immunsystem zu stärken und bei einer Infektion einen möglichst schwachen Verlauf zu haben.”