Grünes Licht für die Kinderimpfung

EMA empfiehlt Zulassung von Biontech-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige. In Vorarlberg geht es morgen, Freitag, los.
schwarzach In Israel und den USA sind die Kinderimpfungen bereits in vollem Gange. In Israel dürfen Fünf- bis Elfjährige seit Dienstag mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer geimpft werden, in den Vereinigten Staaten bereits seit Anfang November. Europa zieht nun nach. Am Donnerstag gab die Europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl eine Erweiterung der bestehenden Zulassung. Die Zustimmung der Europäischen Kommission gilt als Formsache.
Wien als Vorreiter
Kurz nach der EMA sprach auch das Nationale Impfgremium (NIG) in Österreich eine Empfehlung aus. Bisher gab es noch keinen Corona-Impfstoff, der in der Europäischen Union für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen ist. In Österreich wurden bisher nur sogenannte Off-Label-Impfungen durchgeführt. Wien nahm diesbezüglich eine Vorreiterrolle ein und richtete bereits ab 15. November eine eigene Impfstraße für Kinder ein.
Kinder ab fünf Jahren sollen von dem Biontech/Pfizer-Impfstoff nur ein Drittel der Erwachsenen-Dosis erhalten und zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. Die Experten der EMA haben die Studien der Hersteller seit Oktober geprüft. Bisher seien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt worden, allenfalls milde Reaktionen wie Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen, hieß es. Kinder würden zwar höchst selten am Coronavirus erkranken. Doch auch sie könnten schwer krank werden. Die Vorzüge der Impfung seien höher zu bewerten als mögliche Risiken.
Eigene Impfstraßen
In Vorarlberg soll es schon am Freitag mit den Kinderimpfungen losgehen. Wie das Land informierte, können Termine ab sofort auf der Plattform „Vorarlberg impft“ angemeldet werden. In den Impfzentren in Dornbirn und Nenzing gibt es eigene Kinderimpfstraßen. Die ersten Termine finden bereits Freitagnachmittag statt. Dem Land zufolge haben sich bis Donnerstagabend rund 500 Kinder vormerken lassen. Durchgeführt werden die Impfungen von Kinderärzten. Es soll auch genug Zeit für Beratungsgespräche bleiben. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher verwies auf die hohen Infektionszahlen bei den jüngeren Altersgruppen. „In Vorarlberg sind rund 17 Prozent der Bevölkerung bis 15 Jahre alt. Derzeit kommen aber rund 33 Prozent der Neuerkrankungen aus dieser Altersgruppe.“
Hohe Inzidenz bei Jüngeren
Auch die Zahlen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sprechen eine deutliche Sprache. Insbesondere bei den Sechs- bis 14-Jährigen gehen die Zahlen regelrecht durch die Decke. Bei ihnen betrug die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner, in Vorarlberg am Dienstag rund 2660. Das ist ein höherer Wert als in allen anderen Altersgruppen.
Zum Vergleich: Bei den 15 bis 24-Jährigen lag die Inzidenz bei 1447, bei den 55- bis 64-Jährigen bei 945 und bei den Über-84-Jährigen bei 471.