Lustenauer Initiative Kleidertausch sucht Nachfolger

Die Initiatorinnen des Kleidertauschs wollen das beliebte Tauschprojekt abgeben.
Dornbirn „Wir haben 2017 den Kleidertausch in Lustenau ins Leben gerufen“, beginnt Gabi Hampson, Geschäftsführerin vom W*ORT, zu erzählen. „Der Samen ist gesät, unsere Idee ist gewachsen. Nun geben wir unser ehrenamtliches Projekt in gutem Vertrauen an jemand anderen ab“, so die Geschäftsführerin. Gemeinsam mit Sibylle Kullich von der Bibliothek Lustenau hat sie den Kleidertausch vor vier Jahren aufgebaut und mittlerweile ein großes Netzwerk an Tauschwilligen geschaffen.
Kleidungsstücke länger tragen
Die zwei Frauen erzählen stolz von den Erlebnissen, die sie bei den vielen Kleidertauschtagen machen durften. „Vor allem ältere Frauen sind gekommen und konnten es anfangs nicht glauben, dass sie gratis etwas mitnehmen dürfen“, sagt Sibylle Kullich. Die Stimmung war immer positiv. Die Menschen sind dankbar und unglaublich wertschätzend. „Das ist für uns der schönste Dank“, sind sich die beiden einig. Das Bedürfnis nach einem nachhaltigen Leben und dem Schutz der Umwelt sind die Antriebsmotoren für die zwei. „Nur weil mir im Moment ein Kleidungsstück nicht mehr passt oder es mir nicht mehr gefällt, muss es nicht im Müll landen“, so Kullich. „Wir haben oft gesehen, wie Kleider ihre Besitzer wechselten und welche Freude dabei entstanden ist.“ Beachtlich ist für sie, dass sich gerade junge Leute dieser Idee so zahlreich anschließen.
Freundeskreis des Tauschens
In den vergangenen Jahren ist die Kleidertausch-Community in Lustenau gewachsen. Das Netzwerk ist immer größer geworden. „Der Tausch hat nun eine neue Dimension erreicht. Für uns zwei ist es neben unseren Berufen nicht mehr zu handeln“, erklärt Hampson. Sie suchen nun engagierte Nachfolger, die den Grundgedanken aufrechterhalten und das Projekt weiterführen möchten. „Alles, was wir wissen und all unsere Erfahrungen geben wir gerne weiter.“
Tauschgeschäft ausbauen
„Das Verlangen nach einem nachhaltigeren Leben ist da. Der Kleidertausch kann auch ganz neue Dimensionen annehmen“, so Kullich. Die zwei Initiatorinnen können sich gut vorstellen, dass ein Tauschhandel auch in anderen Bereichen gut ankommen würde. „Unsere Nachfolger können sich da kreativ verwirklichen“, sagt Hampson.
Für alle Interessierten wird im Vorfeld ein Informationstreffen stattfinden, bei dem noch genauere Einblicke in dieses Netzwerk der Nachhaltigkeit gegeben werden. „Optimal wäre es, wenn sich zwei finden würden, die die Hauptorganisation in die Hand nehmen“, fügt Kullich hinzu. So kann der Kleidertausch weiterhin erfolgreich durchgeführt werden. bvs

