Dieses Hotelprojekt in Bürserberg füllt Briefkästen

Anhörungsverfahren für geplantes Hotelprojekt in Bürserberg hat zahlreiche Postwurfsendungen zur Folge.
Bürserberg Im Vorfeld des Anhörungsverfahrens, das diese Woche in Bürserberg durchgeführt wird, herrscht in der Tourismusgemeinde große Anspannung. In den vergangenen Tagen flatterte eine Postwurfsendung nach der nächsten in die Büserberger Haushalte. Projektbefürworter und -gegner versuchen, ihren Argumenten Nachdruck zu verleihen und die stimmberechtigten Bürger zu bewegen, sich an der Abstimmung zu beteiligen, und im Idealfall auch so abzustimmen, wie sie es gerne hätten.
Stillstand befürchtet
Projekt Befürworter Wolfgang Dreier, der sich bereits bei der Anfang November abgehaltenen Informationsveranstaltung lautstark zu Wort gemeldet hatte, befürchtet den Stillstand in der Gemeinde. „Wenn wir noch weiter zuwarten, hat unser Dorf keine Perspektive im Brandnertal mehr“, malt er ein schwarzes Bild. Hotelprojekte in Bürserberg-Boden seien auch deshalb so wichtig, da in kommenden Jahr voraussichtlich die letzten beiden gastronomischen Betriebe in Bürserberg-Dorf (Hotel Taleu und Hotel Schäfle) schließen, argumentiert Dreier. Gemeindevertreter Florian Neyer hält die Verknüpfung des Hotelprojekts mit der Erneuerung der Einhornbahn I, die er laut Aussendung ausdrücklich begrüßt – für nicht zulässig. „Zuerst sollten alle Varianten einer neuen oder möglicherweise auch überholten Einhornbahn I diskutiert und geprüft werden und deren zu erwartende Kosten auf dem Tisch liegen“, ortet Neyer in dieser Angelegenheit noch Diskussionsbedarf. Erst dann könne der wirkliche Finanzierungsbedarf feststehen und über die nötige Gegenfinanzierung gesprochen werden.
Bedrängnis und Sachzwänge
Für Altbürgermeister Karl Fritsche stellen die betroffenen landwirtschaftlichen Flächen „das Wertvollste, was wir haben“ dar. Auch die enormen Errichtungskosten der Bahn sowie den langen Finanzierungszeitraum sieht er kritisch. „Eine Bahn, deren Bau und Betrieb so gewaltige Summen verschlingt, die auf Jahrzehnte zum Großteil vom Tourismus in Bürserberg zu tragen sind, wird auch die kommenden Gemeindevertretungen in nicht vorhersehbare Bedrängnis und Sachzwänge einbinden“, mahnt Fritsche.
Hauptsache dagegen
Mit Stefan Wehinger und Friedrich Fischer wandten sich auch zwei viehhaltende Landwirte per Postwurfsendung an die Gemeindebürger. „Bei dem für die Umwidmung vorgesehenen Bereich Boden Ost handelt es sich um einen landwirtschaftlich eher weniger wertvollen Boden, da dieser in der Regel von drei Bauern aus Brand vor allem zur Jaucheentsorgung genutzt wird“, sind sich die beiden einig und haben den Eindruck, in der ablehnenden Haltung weniger sachliche Argumente als vielmehr fundamentale oppositionelle Beweggründe erkennen zu können. Mariana Morscher wirft den Projektgegnern gar Bösartigkeit vor, indem sie schreibt: „Endlich habt ihr dem Tourismus und uns Touristikern eines ausgewischt, was an eurer Reaktion nicht zu übersehen war.“
459 Stimmberechtigte
So oder so, bis zum 29. November haben die 459 stimmberechtigten Bürserberger Zeit, per Briefwahl abzustimmen und die von der Gemeinde zugesandte Postwurfsendung zu retournieren. In der Sitzung am kommenden Montagabend wird dann das richtungsweisende Ergebnis präsentiert. VN-JS