Bildsteins imposantes Kulturdenkmal

Vorarlberg / 18.11.2021 • 16:26 Uhr
<p class="caption">Papst Franziskus hat der Wallfahrtskirche Maria Bildstein im Juni 2018 den Ehrentitel einer Basilika zuerkannt. Die Erhebung fand am 7. Oktober 2018 statt.<span class="copyright">Friedrich Böhringer</span></p><p class="caption"/>

Papst Franziskus hat der Wallfahrtskirche Maria Bildstein im Juni 2018 den Ehrentitel einer Basilika zuerkannt. Die Erhebung fand am 7. Oktober 2018 statt.Friedrich Böhringer

Grundstein für heutige Basilika wurde bereits 1663 gelegt.

Bildstein Nicht nur bei Pilgern ist die Wallfahrtskirche Zu unserer Lieben Frau Mariä Heimsuchung in Bildstein ein beliebtes Ausflugsziel. Seit 7. Oktober 2018 trägt das frühbarocke Gotteshaus den Ehrentitel einer „Basilika minor“.

Legende aus Zeiten der Pest

Von 1512 bis 1792 war Bildstein der Pfarre Wolfurt inkorporiert. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wird eine einfache Holzkapelle anstelle der heutigen Kirche urkundlich erwähnt. 1657 erhielt die Kirche bereits die Lizenz zum Lesen von Messen. Das Gebäude selbst wurde vom Bauer Gallus Höfle errichtet, der damit ein Gelübde, welches er 1628/29 gab, erfüllte. Demnach geht die Errichtung der Bildsteiner Kirche und die Wallfahrt dorthin auf eine Erscheinungsgeschichte aus dem Herbst 1629 zurück: Eine in weiß gekleidete Frau habe den Kindern Martin und Hans Höfle erzählt, ein Mann habe ihr versprochen, für ihr Abbild eine Kapelle zu bauen, wenn die Pest sein Haus verschone. Als die Kinder ihrem Vater davon berichteten, erschrak er und gab sich als der betreffende Mann zu erkennen. Bereits am nächsten Tag begann er mit den Vorbereitungen zum Bau der Kirche, erkrankte kurz darauf aber und starb. Erst viele Jahre später habe sein Sohn Martin den Bau der heutigen Wallfahrtskirche fertigstellen können, sagt die Legende. Danach setzten Wallfahrten nach Bildstein ein, die den Ort und die Kirche weit über die Grenzen des Vorarlbergs hinaus zu einem Zentrum der Marienverehrung werden ließen.

Dorfzentrum entstand

Der Grundstein der heutigen Basilika, einem barocken Bau mit Doppelturmfassade, wurde am 12. April 1663 vom Weihbischof von Konstanz, Georg Sigismund Müller, gelegt und vom Bregenzer Baumeister Michael Kuen konzipiert. Die Errichtungszeit dauerte von 1662 bis 1676. Der Bau wurde durch verschiedene Stiftungen gefördert, u. a. durch den Generalfeldmarschall Graf Maximilian Lorenz von Starhemberg. Die meisten Steine, die für den Bau benötigt wurden, konnten direkt rund um die Kirche aus dem Sandsteinfelsen herausgesprengt werden. Mit dem Kirchenbau und der aufstrebenden Wallfahrt erhielten auch die Bergbewohner Gelegenheit, ihr spärliches Einkommen aufzubessern. Rund um die Baustelle entstand ein Dorfzentrum mit mehreren Gasthäusern, die sich um das leibliche Wohl der Pilger kümmerten.

Altäre aus dem Montafon

Am 2. Mai 1670 wurde die Kirche vom Weihbischof von Konstanz eingeweiht. Ganz fertiggestellt war sie zu dem Zeitpunkt aber noch nicht. Die heutige äußerliche Form erhielt die Kirche erst 1692, als die Doppeltürme vollendet waren. Der Bau kann als der bedeutendste Vorarlberger Barockbau angesehen werden. 1792 wurde Bildstein schließlich zur eigenständigen Pfarre erhoben. Innenrenovierungen erfolgten in den Jahren 1877 bis 1879 und 1973/74 im Rahmen einer Gesamtrestaurierung der Kirche. 2017 wurden der Innenbereich der Kirche (Dachboden, Innenraum, etc.) erneuert und restauriert, und auch der Liturgieraum neu gestaltet. Die Altäre stammen aus der aufgelassenen Alten Pfarrkirche Vandans im Montafon. Die Orgel wurde 1974 von der Firma Rieger Orgelbau aus Schwarzach gebaut.

Ehrentitel Basilika

Seit 7. Oktober 2018 trägt die Wallfahrtskirche den Ehrentitel einer „Basilika minor“ und darf sich somit mit dem päpstlichen Wappen präsentieren. Dieses können Besucher auf den Bodenplatten des Haupteinganges bewundern. In ganz Österreich gibt es aktuell 33 Kirchen mit diesem Ehrentitel, in Vorarlberg nunmehr zwei. Das Prüfungsverfahren für die Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau Maria Heimsuchung in Bildstein dauerte ungefähr ein Jahr. Weltweit gibt es derzeit rund 1700 Kirchen, die den Ehrentitel einer „Basilica minor“ tragen.