Vorarlberg bereitet Kinderimpfung vor

Gespräche über Impfstraße laufen bereits. Land wartet auf die Empfehlung des Impfgremiums.
Bregenz Wenn von der Zahl der Menschen gesprochen wird, die schon gegen das Coronavirus geimpft sind, dann wird stets auch darüber gesprochen, wie das Drittel der Österreicher erreicht werden kann, das sich nicht impfen lässt.
Was oft vergessen wird: Ein Teil davon kann sich gar nicht impfen lassen. Impfungen für Kinder unter zwölf Jahren sind noch nicht zugelassen. Bald dürfte es jedoch so weit sein, erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein kürzlich. Die Landesregierung möchte die Zulassung abwarten, bereitet sich aber schon auf diesen Moment vor.
Österreichweit verfügen 65 Prozent über ein gültiges Impfzertifikat, sind also vollständig gegen Covid-19 geimpft. Zählt man jedoch nur die impfbare Bevölkerung, steigt der Wert auf fast 74 Prozent. Kinder bis ins Alter von zwölf Jahren können sich nicht impfen lassen. Zumindest ist die Kinderimpfung noch nicht zugelassen. Entscheiden sich Eltern doch dafür, ihre Kinder schon schützen zu lassen, geschieht das außerhalb der Zulassung. Das wird als Off-label bezeichnet.
Solche Off-label-Impfungen für Kinder werden in Wien aufgrund der pandemischen Situation bereits offiziell durchgeführt. Wien hat eine Kinderimpfstraße eingerichtet. Im Wiener Austria Center sind am Montag die ersten jüngeren Kinder gegen das Coronavirus geimpft worden. Im Rahmen der Aktion können Kinder zwischen fünf und elf Jahren ihre erste Spritze erhalten. Die verfügbaren Termine sind bereits alle vergeben, teilte Bürgermeister Michael Ludwig mit. Mehr als 9000 Anmeldungen waren möglich. Bald sollen jedoch weitere Termine dazukommen. Insgesamt haben österreichweit bisher 1260 Mädchen und 1400 Buben zwischen null und elf Jahren eine Impfung erhalten.
In Vorarlberg ist es wesentlich schwieriger, Impfungen für Kinder aufzutreiben, berichten Eltern den VN. Das dürfte sich bald ändern. Gesundheitsminister Mückstein erwähnte kürzlich den 24. November als Datum der Zulassung für Kinder ab fünf Jahren durch die europäische Arzneimittelagentur EMA. Dann würde das österreichische nationale Impfgremium (NIG) nachziehen, erläuterte er.
In Vorarlberg möchte man der Zulassung des NIG nicht vorgreifen, betont Landeshauptmann Markus Wallner. “Wir haben aber angefangen, eine Impfstraße für Kinder vorzubereiten”, ergänzt er.
In Israel gibt es diese Empfehlung bereits. Ein Beratergremium der israelischen Regierung hat die Impfung von Kindern ab fünf Jahren gegen das Corona-Virus empfohlen. Die Entscheidung sei von einer großen Mehrheit des Beratergremiums beschlossen worden, erklärte der Vorsitzende Boaz Lev. Sie muss noch vom Gesundheitsministerium gebilligt werden. Ende Oktober hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren vergeben.