PCR-Testdesaster: So will das Land Abhilfe schaffen

Vorarlberg / 16.11.2021 • 04:20 Uhr
PCR-Testdesaster: So will das Land Abhilfe schaffen
Der Andrang an den Teststationen im Land ist seit Tagen riesig. VN/Paulitsch

Lange Schlangen, verspätete Ergebnisse: Labors weiter am Limit.

Bregenz Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Die Coronateststationen im Land werden regelrecht überrannt, die Auswertung der Proben in den Labors läuft unverändert schleppend.

„Es kommt noch immer in mehreren Bundesländern zu längeren Wartezeiten auf die Testergebnisse“, heißt es seitens der Apothekerkammer. Vorarlberg gehöre auch dazu. 1,4 Millionen Erwerbstätige müssen österreichweit mit der Einführung von 3G am Arbeitsplatz regelmäßig zum Coronatest. In den Labors droht der Kollaps, während seitens der Regierung gleichzeitig Pläne für eine Ausweitung der PCR-Testpflicht auch für Geimpfte geschmiedet werden. „Jede Verschärfung in Richtung PCR-Tests macht im Moment gar keinen Sinn“, bezog LH Markus Wallner dazu am Wochenende in „Vorarlberg Live“ Stellung. Die PCR-Teststrategie sei zwar grundsätzllich richtig, müsse aber auch funktionieren.

Beim Land wurde auch gestern darauf verwiesen, dass die Probleme mit der zeitgerechten Übermittlung der Testergebnisse ein österreichweites Problem sei. „Es wurde uns seitens der Laborbetreiber zugesagt, dass sie ihre Laborkapazitäten durch personelle Aufstockung ausweiten und wieder innerhalb der vertraglich mit uns vereinbarten Frist abwickeln“, so Florian Themessl-Huber auf VN-Anfrage.

Testangebot praktisch ausgebucht

Nicht mehr als 24 Stunden sollten zwischen Probeentnahme und vorliegendem Ergebnis vergehen, heißt es seitens des Landes. Am Wochenende klappte das bei Weitem nicht immer. Es seien praktisch die gesamten zur Verfügung stehenden Tests ausgebucht gewesen, was das System ingesamt an seine Grenzen bringe. „Wir werden im Laufe der Woche Kapazitäten weiter erhöhen und auch Abläufe optimieren“, so der Sprecher des Landes.

PCR-Testdesaster: So will das Land Abhilfe schaffen
Wie hier in Bregenz stellen immer mehr Apotheken vorübergehend den Service der PCR-Tests ein, da Laborkapazitäten fehlen. VN/Rauch

Bei den Apotheken haben zuletzt weitere Standorte den PCR-Testservice eingestellt und bieten ausschließlich Antigentests an, die für den 3G-Nachweis am Arbeitsplatz allerdings ausreichen. Das Land habe auf die PCR-Tests der Apotheken keinen Einfluss, diese hätten eigene Verträge mit Labors abgeschlossen. Anders sieht es bei den PCR-Gurgeltests, den Screening-Tests in den Teststationen des Landes und den behördlich angeordneten Tests aus. Es werde jedenfalls mit Hochdruck am Aufbau zusätzlicher Labor-Kapazitäten gearbeitet.

Das scheint auch dringend notwendig, da der Bedarf steigt. Künftig müssen auch ungeimpfte Lehrer zwei Mal wöchentlich zum PCR-Test an den Schulen. „Wir gehen davon aus, dass die Abwicklung wieder entsprechend der Vereinbarung funktionieren wird”, heißt es dazu beim Land.