2G-Start als “Tranquilizer” für den Messepark

Für einen Tag Mitte November herrschte viel Beschaulichkeit im Einkaufstempel.
Dornbirn Jasna Krizanac (48) hat Zeit für den Besucher. Obwohl der nur Fragen stellt und nichts kauft. “Es ist sehr wenig los heute im ganzen Messepark. Leider auch bei uns.” Krizanac glaubt, dass auch den Geimpften derzeit die Lust fehlt. Gern erzählt die Verkäuferin, dass sie selber geimpft ist und die Ungeimpften nicht versteht. Diesbezüglich ist sie mit Kollegin Jaqueline Pircher (37) einer Meinung. “Lieber ist mir die Sicherheit, als kurzfristig mehr Umsatz”, stellt Jasna Krizanac klar.
Vor zwei Jahren …
Alex Schulz (32), der beim “Mediamarkt” an einer Kasse steht, versteht die neue Regelung nicht. “Ich selber bin ja geimpft, aber man sollte jene, die das nicht tun, nicht diskriminieren”, teilt er seine Ansicht zum Thema mit. Nachsatz: Natürlich sei die Sicherheit auch wichtig.
Wenige Meter entfernt vom Mediamarkt beim Schmuckgeschäft Rein. Dort steht Denise Erdogan im Geschäft und wartet am späteren Nachmittag auf Kundschaft. Auch die 19-Jährige muss zur Kenntnis nehmen: “Es ist sehr wenig los heute. Das fällt auf.” Die junge Angestellte ist überzeugt, dass dies einerseits mit den abwesenden Ungeimpften zu tun hat, andererseits auch mit vielen Geimpften. “Die trauen sich jetzt einfach nicht, shoppen zu gehen.”
Fast wehmütig denkt sie an die Situation von vor zwei Jahren zurück. “Damals war um diese Zeit schon viel los.”

Die verbotenen Brillen
Beim Optiker Scharax tut Helmut Sampl (62) Dienst. Er sieht mit 2G für sein Geschäft kein Problem. “Weil wir zu den Gesundheitsanbietern zählen. Man kann ja Menschen den Kauf einer optischen Brille nicht verbieten”, erklärt er. Absurd: Die Kunden dürften wohl eine optische Sehhilfe erwerben, nicht jedoch eine Sonnenbrille.

Martin Zipperle, technischer Leiter des Messeparks und Auftraggeber des Sicherheitsdienstes, bestätigt die Ruhe am ersten 2G-Tag. “Mir wurde noch nicht einmal eine behördliche Kontrolle gemeldet.”