Kosten, Klima und Lkw-Verkehr

Vorarlberg / 14.11.2021 • 17:01 Uhr
Beim künftigen Portal Altstadt mobilisierte die Initiative „Statt Tunnel“ abermals gegen den Bau des Stadttunnels. <span class="copyright">Vol.at/Mayer</span>
Beim künftigen Portal Altstadt mobilisierte die Initiative „Statt Tunnel“ abermals gegen den Bau des Stadttunnels. Vol.at/Mayer

Protestaktion der Initiative „Statt ­Tunnel“.

feldkirch Am Freitag versammelten sich ein Dutzend Gegner beim Portal Altstadt, um bei einer Pressekonferenz erneut auf ihre Einwände gegen den Stadttunnel aufmerksam zu machen. So forderte die Initiative „Statt Tunnel“ die veranwortlichen Politiker einmal mehr auf, das Projekt „aus dem vergangenen Jahrtausend“ zu stoppen. Sauer stößt den Gegnern rund um Sprecherin Friederike Egle und die ehemalige Umweltstadträtin Marlene Thalhammer die aus dem Jahr 2011 stammende Kostenberechnung aus dem Genehmigungsverfahren auf, die aktualisiert werden müsse. Die Rechnung von 250 bis 270 Millionen Euro werde nicht aufgehen, durch die Marktentwicklung rechnet die Initiative mit einer Verdoppelung bis Verdreifachung der Kosten.

Auch in Sachen Nutzen-Kosten-Analyse gäbe es Nachholbedarf, da dort die Klimakosten mit null Euro angesetzt wurden. „Uns ist weltweit kein Straßenprojekt bekannt, dass weder im Bau noch in der Nutzung keine Klimakosten verursacht.“ Eine Lösung brauche es zudem dringend für den Lkw-Rückstau vor dem Zollamt Tisis. Laut einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts muss das Land noch vor der Fertigstellung des Tunnels im Jahr 2030 das Problem in den Griff bekommen. „Die Bevölkerung kann aber nicht weitere zehn Jahre warten“, erklärt dazu Thalhammer.

Symbolträchtig ließ die Initiative „Statt Tunnel“ schließlich beschriftete Luftballons mit Leitsätzen wie „Frische Luft statt Abgase“, „Bäume statt Lärmschutzwände“ oder „Bildung statt Straßenbau“ zerplatzen. Diese sollen als Sinnbild für die zerplatzten Träume der Jugend stehen, wie Egle erklärte. VN-WIM