Bierbrauen in höchstem Staatsrang

Vorarlberg / 10.11.2021 • 08:00 Uhr
Bierbrauen in höchstem Staatsrang
So sehen Sieger aus. André Alber mit der Urkunde des Staatsmeisters für den ersten Preis seines Spitzenbiers. Alber

Keiner produziert in der Republik so gute “European Ales” wie dieser Vorarlberger.

Schwarzach Dem genussvollen Schluck als finalem Akt der Informationsmission ist auch am helllichten Arbeitstag nicht zu widerstehen.

Wunderbar schmeckt das frisch gebraute “European Ale” von André Alber (42) in Schwarzach. Nicht umsonst ist der zweifache Vater Staatsmeister im Bierbrauen. “Ich wollte da eigentlich gar nicht mitmachen”, gesteht er. Aber als ihn immer mehr Freunde dazu ermuntert hatten, weil ihnen sein Bier so gut schmeckte, schickte er Kostproben seiner Gerstensäfte nach Wien. Und siehe da: Auch die Juroren dort wurden zu seinen Freunden. Er gewann mit seinen “European Ales” den ersten Platz.

André Alber zu Hause in Schwarzach mit Bierschaufel und Braukessel. Vor sechs Jahren hat er mit Bierbrauen angefangen. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
André Alber zu Hause in Schwarzach mit Bierschaufel und Braukessel. Vor sechs Jahren hat er mit Bierbrauen angefangen. VN/Steurer

Sie fingen einfach an

Es ist der Höhepunkt einer schönen Geschichte, die vor sechs Jahren begann. Andrés Freund Günter Geiger (ein Cousin des Schriftstellers Arno Geiger) war nach Jahren in Barcelona nach Wolfurt zurückgekehrt. “Er suchte ein Hobby. Und nachdem ich bei meinem Schwiegervater in Münsterland fürs Bierbrauen begeistert wurde, schlug ich ihm vor, dass wir genau das probieren könnten.”

Gesagt, getan. Die beiden lasen sich in einschlägigen Foren ein, kauften eine Grundausstattung und fingen eines schönen Morgens einfach an zu brauen. “Es war ein Wahnsinn”, vergisst André Alber dieses erste Brauabenteuer nie. “Ich glaubte, wir würden bis am Nachmittag fertig sein. Gedauert hat es bis vier Uhr in der Früh.”

In diese Metallfässer wird das köstliche Getränk letztlich abgefüllt. Freunde und Verwandte trinken das Bier des Schwarzachers sehr gerne. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
In diese Metallfässer wird das köstliche Getränk letztlich abgefüllt. Freunde und Verwandte trinken das Bier des Schwarzachers sehr gerne. VN/Steurer

Saft mit acht Prozent Alkohol

Aber weil der mit stolzen acht Prozent Alkohol behaftete Saft dann sogar schmeckte, waren die beiden vom Braufieber endgültig erfasst. “Ich hätte nicht weitergemacht, wenn alles schiefgegangen wäre”, sagt der 42-Jährige heute. Circa 30 Mal haben Alber und Geiger seitdem gebraut. Jeder dieser Einsätze wurde nicht nur zu einem gesellschaftlichen Ereignis mit Nachbarn und Freunden als trinkfreudigen Zeugen, es passte auch stets das Resultat.

“Ich hätte sicher nicht weitergemacht, wenn beim ersten Mal alles schiefgelaufen wäre.”

André Alber, Hobbybierbrauer

Der Anlagenbauer bei Alpla ist ein geborener Tüftler. Schon als Kind interessierte ihn Neues. “Und vor allem wollte ich immer verstehen, warum etwas funktioniert.”

Es darf angestoßen werden. Dem köstlichen Gerstensaft ist auch am Vormittag schwer zu widerstehen. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Es darf angestoßen werden. Dem köstlichen Gerstensaft ist auch am Vormittag schwer zu widerstehen. VN/Steurer

Begeisterter Bergsteiger

André Alber hat es nicht nur als Bierbrauer in luftige Höhen geschafft. Sein zweites großes Hobby ist das Bergsteigen. Er ist ein Fan von Hans Kammerlander und übt sich auch fleißig in Kletterhallen.

“In der Natur fühle ich mich wohl”, sagt der Schwarzacher, der beruflich als ausgebildeter Elektriker begann und sich zum Anlagenbauer bei Alpla weiterentwickelte. Weiterentwickelt hat er auch seine Braukünste. Diese stehen nun in höchstem Staatsrang.

André Alber

Geboren 26. Oktober 1978

Wohnhaft Schwarzach

Familie verheiratet, zwei Kinder

Beruf Anlagenbauer

Hobbys Bergsteigen, Bierbrauen

Lieblingsspeise Austern mit Bier