2G beim Friseur lässt Haare wieder wuchern

Beim Frisör Egger in Lustenau hagelte es am ersten Tag der neuen Regeln Stornierungen.
Lustenau Rosa, 89, kennt kein Pardon. “Wir können doch nicht die Idioten sein, uns impfen lassen, und andere nutzen das aus”, schimpft die resolute Dame, ehe sie sich zum Frisierstuhl verfügt. Salonbesitzer Marcel Egger (57) weiß nicht so recht, wie er mit der Situation umgehen soll. Nur eines will er ganz bestimmt: “Positiv bleiben. Es ist halt so, wie es ist.” Am Vormittag hagelte es Stornierungen von bereits fixierten Terminen. “An die 20 waren es”, sagt Egger. Vor allem von Kunden, die wöchentlich kommen. Darunter einige Schweizer. “Ich habe viele Kundschaften von jenseits der Grenze, die sich auch bei uns testen lassen, weil es hier nichts kostet. In der Schweiz schon. Die bleiben vorübergehend weg.”
Sonderschichten am Samstag
Am vergangenen Samstag, als die Tests noch galten, legten seine Friseurinnen Sonderschichten ein. “Jetzt bauen wir einmal Überstunden ab. Danach sehen wir weiter”, sagt Marcel Egger. Von seinen Haarkünstlerinnen sind nahezu alle geimpft. Nadina, 42, gesteht: “Ich hab’ das vor allem deswegen gemacht, damit ich ausgehen kann.” Kim, 19, nickt zustimmend. “Ich auch.” Nur Chiara, 23, ist von den anwesenden Damen nicht geimpft. “Ich bin schwanger. Mein Arzt riet mir davon ab. Sobald das Kind da ist, werde ich es aber tun.” Die andere Chiara, erst 15, ist sogar schon dreifach geimpft. “Meine Oma ist Risikopatientin, mein Göti bei der Rettung.”

Optimismus
Marcel Egger bleibt optimistisch. “Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Ich glaube, es lassen sich jetzt einige impfen, die bisher ungeimpft ohne Einschränkungen leben konnten. Und dann kommen sie auch wieder zu uns.”