2G bringt Eventgastronomie in Schwierigkeiten

Vorarlberg / 07.11.2021 • 19:30 Uhr
2G bringt Eventgastronomie in Schwierigkeiten
Das 2G-Regime könnte zahlreiche Unternehmen dazu bringen, Weihnachtsfeiern abzusagen. APA

So geht es den Caterern in Vorarlberg.

Bregenz Ab Montag (8.11.2021) gilt: Wer an einer Veranstaltung teilnehmen möchte, muss gegen Covid-19 geimpft sein oder innerhalb der letzten sechs Monate eine Coronavirusinfektion durchgemacht haben. Ein negativer Test reicht nicht mehr aus.

Während man in der Nachtgastronomie der 2G-Regel gelassen entgegensieht, ist die Eventbranche alarmiert. Caterer befürchten eine Flut an Absagen. Viele Unternehmen hätten ihre Weihnachtsfeiern bereits storniert.

Belohnen oder bestrafen?

Harald Otti, Chef von Mo Catering, hätte eigentlich kein Problem mit der Einführung der 2G-Regel. “Das Problem ist, dass man Stufen übersprungen hat. Es gibt keine Planungszeit. Und unsere Kunden wissen nicht, wie es weitergeht.” Viele Absagen begründen Unternehmen damit, dass einige Mitarbeiter nicht geimpft sind, schildert Otti. “Die dürfen zwar arbeiten, aber nicht auf Veranstaltungen. Im Beruf gilt 3G. Die Unternehmen erzählen uns, dass sie keine Zweiklassengesellschaft im Betrieb wollen und darum lieber absagen.” Er rechnet, dass 50 bis 80 Prozent ihre Feiern stornieren. Ernst Seidl von Seidl Catering traut sich noch nicht, einen Prozentsatz zu nennen. “Große Zusagen wurden wieder storniert. Die Unsicherheit ist groß.” Er betont: “Eigentlich würde es auch Sinn machen, dass die Firmen mit 2G feiern. Dass sie Geimpfte und Genesene mit einer Weihnachtsfeier belohnt und nicht bestraft.”

Zu kurzfristig

Otti von Mo Catering sieht es ähnlich. “Ich hoffe, dass es Unternehmer jetzt nicht alles absagen, weil sie sich denken: ‘Was können andere dafür, dass sich einige nicht impfen lassen?'” Er ärgert sich: “Am Freitag hat man uns erklärt, was ab Montag gilt. Wir haben mit einer längeren Übergangsfrist gerechnet. Wir wissen nicht, wohin die Reise geht. Für uns Caterer und Eventveranstalter kommt das einem Lockdown gleich.” Auch Wirtesprecher Stefan Köb ist über die rasche Änderung nicht erfreut. “Es war zu erwarten, dass 2G irgendwann kommt. Aber nun wurden zwei Stufen ausgelassen. Es ist schade, dass man nach so langer Zeit noch nichts gelernt hat. Man hätte schon viel früher Druck auf Impfungen aufbauen müssen.

Auch die Nachtgastronomen rechnen damit, dass irgendwann 2G kommt. Thomas Krobath von der Vabrik rechnet zwar in nächster Zeit mit einem Umsatzrückgang von 20 Prozent, glaubt aber, dass es sich im Frühjahr 2022 wieder normalisiert. “Die 2G Regel ist vernünftig und erhöht die Sicherheit, auch in Clubs”, sagt er. Auch Hannes Hagen vom Conrad Sohm ist überzeugt, dass er 2G spüren wird. “Aber es wird nicht kritisch. Viele sind ja schon geimpft, hören wir.” Im El Capitan ist Chef Michael Simma sogar über einen Umstand froh. “Die Ungleichbehandlung mit der Gastronomie fällt weg. 2G gilt jetzt für alles. Darum glaube ich nicht, dass der Umsatz nach unten geht.”