Weniger Spitalspatienten als im Vorjahr

Vorarlberg / 03.11.2021 • 05:30 Uhr
Weniger Spitalspatienten als im Vorjahr

Infektionszahlen explodieren wieder, aber mit Impfeffekt.

Schwarzach Ob das gutgeht? Wenn man die Entwicklung bestätigter Infektionen heuer und vor einem Jahr übereinanderlegt, ergeben sich parallel verlaufende Kurven mit stark steigender Tendenz. Gestern wies die staatliche Gesundheitsagentur AGES für Vorarlberg 412 Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche aus. Am 2. November 2020 hatte es sich um 510 gehandelt. Tags darauf ging ganz Österreich in einen weiteren Lockdown.

Das will die Bundesregierung nun vermeiden. Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) hat einen Lockdown für Geimpfte ausgeschlossen. Einen solchen soll es für Ungeimpfte geben, sobald vom Boden- bis zum Neusiedlersee mehr als 600 Intensivpatienten verzeichnet werden. Aktuell handelt es sich um 317. Das übertrifft die Erwartungen des Prognosekonsortiums des Gesundheitsministeriums von der Vorwoche leicht. Bis 11. November rechnet es mit einem weiteren Anstieg. Möglich ist, dass es dann schon mehr als 400 sein werden. In Vorarlberg wurden gestern insgesamt 47 Corona-Patienten im Spital behandelt, davon fünf auf der Intensivstation. In den vergangenen Tagen ist diese Zahl stark gestiegen. Das tat sie auch vor einem Jahr. Am 2. November 2020 war die der Spitalspatienten mit 114 aber mehr als doppelt so hoch und auch die der Intensivstationen mit 22 deutlich höher.

Laut Prognosekonsortium macht sich bemerkbar, dass es nun Geimpfte und mehr Genesene gibt. Bei Teil- und Vollimmunisierten gehen die Experten von einer kleineren Hospitalisierungsrate aus. Dabei stützen sie sich in ihren Modellrechnungen auf Erfahrungen aus Großbritannien. Im Vergleich zu früheren Wellen gibt es dort seit Monaten sehr viele Infektionen, aber weniger Schwerkranke.

Zuletzt machte das Konsortium damit Hoffnung, dass in den nächsten Wochen „erste Sättigungseffekte nicht gänzlich ausgeschlossen“ werden könnten. Das bedeute, dass sich das Infektionsgeschehen unter wesentlich weniger harten Beschränkungen als vor einem Jahr verlangsamen könnte.

Ein solcher Effekt könnte sich in angrenzenden Bodenseeregionen bereits anbahnen. In den deutschen Landkreisen Lindau, Ravensburg, Bodenseekreis (mit Friedrichshafen) und Oberallgäu gibt es nach starken Anstiegen in den vergangenen Wochen eine Stabilisierung. Dasselbe gilt auch für den eidgenössischen Kanton St. Gallen. Vorarlberg weist nunmehr die höchste Inzidenz bestätigter Infektionen in der Region auf. Im Oberallgäu, wo es sich am Sonntag noch um 429 gehandelt hatte, belief sie sich gestern auf 408 und war damit geringfügig kleiner.