So viele Pflegebetten stehen in Vorarlberg leer

Anfragebeantwortung offenbart Personalmangel im Pflegebereich.
Bregenz, Schwarzach Derzeit fehlen rund 60 Pflegekräfte in Vorarlbergs Heimen. Zumindest rechnet Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker in einer Anfragebeantwortung vor: Zwischen 55 und 60 Vollzeitkräfte im Pflege- und Betreuungsbereich wären notwendig, um alle Betten besetzen zu können. Denn viele stehen derzeit leer. Und zwar:
Aktuell stehen 95 Betten aufgrund Personalmangels leer. Weitere 33 stehen nicht zur Verfügung, weil gerade umgebaut wird. 2414 Betten sind besetzt. Wiesflecker sieht den Personalmangel als gesamteuropäisches Problem und betont, dass zudem in den kommenden Jahren eine Pensionswelle ansteht. Anfragesteller Johannes Gasser von den Neos kritisiert: „Die Wartelisten für Heimplätze für unsere älteren Mitbürger werden immer länger. Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand.“
182 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger warten derzeit auf ein Bett im Pflegeheim. Die Zahl der Menschen auf der Warteliste variiert. Im Jänner 2020 waren es 125 Personen, im Mai 2020 98 Menschen, im September 2020 wartetet 158 Personen, im heurigen Februar 108 und seit dem steigt die Zahl auf den Höchststand seit Jänner 2020.
Derzeit arbeiten 2052 Menschen in Vorarlbergs 49 Pflegeheimen, was 1470 Vollzeitstellen entspricht. Wiesflecker betont in der Anfragebeantwortung: „Es ist eine Verschärfung der Personalsituation durch Pensionierungen und Betreuungsintensivierungen zu erwarten.“ Die Coronasituation habe die Situation jetzt schon verschärft. „Wir hoffen, dass sich die Situation mit der Erhöhung der Impfrate bis zum Frühjahr 2022 soweit normalisieren wird, dass die schon vor dem Beginn der Pandemie begonnenen und geplanten Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden können“, fährt Wiesflecker fort. Mit dem neuen Personalschlüssel soll der Personalstand erhöht werden. Sie geht aber davon aus, dass für zusätzliches Personal 20 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich notwendig sind.
Johannes Gasser warnt: „Wenn wir den Personalmangel nicht in den Griff bekommen, droht eine Abwärtsspirale. Die Belastung für Mitarbeiter in der Pflege nimmt immer weiter zu. Dafür braucht es rasch realisierbare Lösungen.“ Pflegende Angehörige müssten sich auf Pflegeheime als letzte Stütze verlassen können. „Es geht hier um eine Entlastung für die Familien. Die schwarz-grüne Landesregierung ist gefordert.“ Er fordert mehr Initiativen bei der Ausbildung. Wiesflecker entgegnet, dass die Landesregierung bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen habe.