45 Männer sterben im Land jährlich an Prostatakrebs

Häufigste Krebsform bei Männern in Vorarlberg. Dabei sind die Heilungschancen im Frühstadium laut Medizinern sehr hoch.
Feldkirch Die Zahlen in Sachen Prostatakrebs vorweg: Jährlich erhalten 200 Männer in Vorarlberg die Diagnose Prostatakrebs. 45 Betroffene sterben pro Jahr daran. Prostatakrebs ist damit hierzulande mit 3500 Patienten die häufigste Krebsform beim Mann. Die gute Nachricht dazu: Erkennt man den Krebs im Frühstadium, sind die Heilungschancen sehr hoch. Am Mittwoch, 3. November, dem Weltmännertag und Aktionstag zur Männergesundheit, erinnern Mediziner daran, dass Vorsorge und Früherkennung Leben retten können.
Dringender Rat zur Vorsorge
„Auf Grundlage unserer Erfahrungen empfehlen wir die Vorsorgeuntersuchung mit Tastuntersuchung und Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) für Männer ab einem Alter von 45 Jahren“, sagt Oberarzt Bernd Hartmann. Hartmann ist Präsident der Österreichischen Krebshilfe Vorarlberg und geschäftsführender Oberarzt der Abteilung Interne II am LKH in Feldkirch. Allerdings, so der Arzt, würden die Vorsorgeuntersuchungen noch zu wenig wahrgenommen. Außerdem herrsche in der Fachwelt nach wie vor keine einheitliche Meinung zur Aussagekraft der sogenannten „PSA-Tests“, die einen Hinweis auf eine mögliche Krebserkrankung geben können: Erhöhte PSA-Werte können nämlich auch vorkommen, ohne dass Krebs dahintersteckt.

Sterberate deutlich gesunken
„Tatsache ist aber, dass in Vorarlberg durch die Vorsorge mit PSA-Bestimmung die Sterblichkeit in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgedrängt werden konnte“, betont Oberarzt Hartmann. “Die Behandlung von Prostatakarzinomen erfolgt stets nach individuellem Risiko und wird in jedem Fall ausführlich mit dem Patienten besprochen.” Univ.-Doz. Alfred Hobisch, Primar der Abteilung Urologie am LKH in Feldkirch, verweist auf rasante medizinische Fortschritte: „Durch die Erkenntnisse aus zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen der letzten drei Jahrzehnte hat sich die Vorsorge in Sachen Prostatakrebs sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie grundlegend geändert.“ In Feldkirch ist seit zwei Jahren das bundesweit innovativste roboterassistierte Chirurgiesystem “da vinci” im Einsatz. Die Roboterassistenz habe speziell in der Urologie die Behandlung von Prostatakrebs regelrecht revolutioniert.
