Zu Mathe auch noch Herzensbildung

Vorarlberg / 22.10.2021 • 09:00 Uhr
Zu Mathe auch noch Herzensbildung
Direktorin Sabrina Meese kommuniziert auf Augenhöhe mit ihren Schülern. Folie/Wisto

Kleinschule in Andelsbuch-Bersbuch liefert Beispiel für chancenreichen Lebensraum.

Andelsbuch Schön haben sie es, die 13 Mädchen und Buben, die die Vielfalterschule in Andelsbuch-Bersbuch besuchen. Eine richtige Idylle tut sich dem Betrachter auf, mit grasenden Kühen auf grünen Wiesen vor den Fenstern und allerlei bunten Basteleien in den Schulräumen. Sabrina Meese hat vor vier Jahren die Direktorenstelle an der Kleinschule übernommen und Herzensbildung als Unterrichtsfach eingeführt. Es ist ihr Herzensprojekt. Die Kinder sollen sich gehört und gesehen fühlen, sollen auch ihre Ängste und Sorgen erzählen können. „Wissensvermittlung allein reicht nicht“, sagt Meese. Es gehe auch um das soziale Lernen, und das wird an der Vielfalterschule in Bersbuch täglich gelebt. Sie ist ein Beispiel dafür, wie ein chancenreicher Lebensraum für Kinder aussehen kann. Das befanden auch die Macher der Marke Vorarlberg und starteten die Veranstaltungsreihe „Wissen verbindet“ in eben dieser Vielfalterschule.

Glücksteine für die Gäste

Bekanntlich hat sich Vorarlberg das Ziel auf die Fahnen geheftet, bis 2035 der chancenreichste Lebensraum für Kinder zu werden. Im Rahmen der Marke Vorarlberg wurden rund 40 Projekte konzipiert, die das ermöglichen sollen. An fünf verschiedenen Orten – vom Bodensee bis ins Montafon – wird der Frage nachgegangen, was einen chancenreichen Lebensraum für Kinder prägt und wie er sich anfühlt. Gut, darf ruhigen Gewissens in Bezug auf die Volksschule Bersbuch gesagt werden. Die Kinder haben für die Gäste kleine Glückssteine bemalt. „Trag ihn immer bei dir, er soll dir Glück bringen“, sagt der Bub mit schüchternem Lächeln. Mit dem Lied „Ich bin anders als du“, das vielstimmig intoniert wird, verfliegt die Zurückhaltung. Die Kinder sind mit Herz dabei.

Die Gäste der Auftaktveranstaltung wurden musikalisch unterhalten.
Die Gäste der Auftaktveranstaltung wurden musikalisch unterhalten.

Nervend, aber lohnend

Sabrina Meese hat das Motto der Schule groß auf Papier geschrieben und sichtbar neben die Tafel gehängt. „Hier darfst du sein“, steht darauf zu lesen. „Wir sind unterschiedlich, das ist wertvoll. Wir versuchen jeden Tag, damit umzugehen, und jedes Kind leistet seinen Beitrag dazu“, erzählt die junge Schulleiterin. Sie räumt aber auch ein, dass das nicht immer einfach ist, denn: „Unterschiede bedeuten auch Konfliktpotenzial.“ Deshalb ist es ihr wichtig, den Kindern die Chance und die Zeit zu geben, Fehler zu reflektieren. Dafür lässt Sabrina Meese schon einmal eine Mathestunde sausen. Sie selbst sei ebenfalls nicht davor gefeit, anders zu reagieren, als es eigentlich angebracht wäre. Auch hier helfen gemeinsame klärende Gespräche. „Sie sind zwar anstrengend und nervend“, bemerkte die Schulleiterin mit einem Lächeln, aber offenbar lohnend.

Taschen mit dem Logo der Marke Vorarlberg kamen bei den Kindern gut an.
Taschen mit dem Logo der Marke Vorarlberg kamen bei den Kindern gut an.

Im Zusammenhang mit Schule ist es der Marke Vorarlberg auch ein Anliegen, mehr Wohlbefinden an den Bildungsstätten zu etablieren. Dafür wurde mit der Pädagogischen Hochschule das „PERMA-learn“-Projekt kreiert. Wie Ursula Rigger ausführte, sollen für die Aus- und Weiterbildung von Pädagogen Programme entwickelt werden, die auf die Stärkung der Kinder in allen Bereichen abzielen. Zudem ist die Marke Vorarlberg im Netzwerk „Schul.Wohl“ des Landeselternverbandes vertreten. „Mit dieser Plattform wollen wir aufzeigen, was es alles schon an Gutem gibt“, informierte Geschäftsführerin Birgit Walch.