Noch schweigen viele (Schnee)Kanonen

Kunstschneeproduktion erst zaghaft angelaufen. Seilbahner hoffen auf kalten November.
Schwarzach Michael Mannhart, Seilbahnveteran von Lech, mag es derzeit noch beschaulich. “Bei uns haben noch keine Schneekanonen geschossen. Es war ja erst zwei Tage wirklich frisch”, meldet der 79-jährige den Zwischenstand in Sachen technische Schneeproduktion. Man warte auf eine längere Kaltwetterphase. “Erst dann rentiert es sich”, sagt Mannhart. Doch noch ist eine Frostperiode nicht in Sicht. “Nervös werden wir deshalb noch nicht. Bis zum Saisonstart Anfang Dezember ist ja noch viel Zeit.”
Nicht mehr so viel Zeit hat man in Zürs. Dort stehen am 13. und 14. die Skiweltcuprennen an. “Wir haben die wenigen Gelegenheiten bereits genutzt, um auf Depot zu schneien”, gibt Rennleiter Philipp Zangerl bekannt. Nachsatz: “Alles streng nach den gesetzlichen Auflagen. Man will sich nach der Flut an Verstößen aus dem Vorjahr in der Flexenarena nichts mehr zu schulden kommen lassen.”
Start am Hochjoch
Aus Schneekanonen geschossen wurde auch bereits im größten Skigebiet des Montafons, der Silvretta Montafon. Geschäftsführer Peter Marko zu vn.at.: “Wir haben fünf Tage und Nächte Schneeproduktion hinter uns und waren dabei mit 70 Schneeerzeugern im Einsatz.” So wie im Landesgesetz definiert, beschränkte sich die Schneeproduktion auf das Anlegen von Depots. Diese wurden am Hochhoch, konkret beim Sebliga Lift und im Seetal angelegt. “Jetzt wird es wohl aber einige Tage Pause geben, weil die Temperaturen keine Schneeerzeugung zulassen. Danach wird es hoffentlich bald wieder kälter.” Im Skigebiet Silvretta Montafon will man mit dem Skibetrieb bereits im November starten. Bis dahin sollte auch schon die neue Valiserabahn in Betrieb gehen können. Deren offizielle Eröffnung ist laut Peter Marko jedoch erst am 22. Dezember vorgesehen.

Kanonen in Position gebracht
Erst in der Vorbereitungsphase für die Produktion von technischem Schnee befindet man sich im Skigebiet Damüls-Mellau. “Wir stellen derzeit die Geräte auf”, berichtet Markus Simma, Geschäftsführer der Damülser Seilbahnen. “Insgesamt sind wir mit 170 Schneekanonen im Einsatz, wenn es dann soweit ist.” Vor dem 1. November werde sich aber noch kaum etwas abspielen. Produziert werden vorher womöglich einige Schneedepots an bestimmten Punkten.
“Wir haben fünf Tage und Nächte Schneeproduktion hinter uns und waren mit 70 Schneeerzeugern im Einsatz.”
Peter Marko, GF Silvretta-Montafon
Landesgesetz
Das Landesgesetz zur Produktion von Kunstschnee sieht vor, dass grundsätzlich erst ab 1. November mit der ganzflächigen Beschneiung der Skipisten begonnen werden darf. Erlaubt ist unter bestimmten Umständen die Schneeerzeugung zur Anlegung von Schneedepots ab dem 1. Oktober. Voraussetzung dafür: Die Depotflächen müssen bewilligt sein, die Lufttemperatur muss zum Zeitpunkt der Schneeerzeugung unter null Grad liegen. Zudem muss sichergestellt sein, dass in zwei aufeinanderfolgenden Nächten bei Temperaturen unter null Grad beschneit werden kann. Wasser- und Energieverbrauch sind genau zu dokumentieren.