Einfach abtauchen?
Man möchte abtauchen. Am liebsten von der Bildfläche verschwinden, bis die Luft wieder rein ist. Wenn der Sturm abflaut, weht die Luft würzig und klar über dem erhabenen Alpenland, das ja schon viel schwierigere Zeiten überstanden hat. Aber bis es so weit ist, doch lieber Kopf in den Sand.
Denn anderenfalls müsste man sich der Mühe der Bewältigungsarbeit unterziehen. Schon dämmern Erklärstücke herauf, die beleuchten, wie es hat so weit kommen können. Wie ein einzelner zum Messias wurde, wer ihm den Weg bereitet und sich wann abgewandt hat. Wer, um die Biegsamkeit der österreichischen Volksseele wissend. noch immer abwartend die Füße stillhält, und wer schon immer alles gewusst hat. Nur, was so einer eigentlich einwirft, der im Minutentakt die Überzeugung wechselt, das werden wir wohl nie erfahren.
Nein, man möchte nichts mehr lesen von alledem. Könnte man freilich in den Erdboden versinken, holte man sich nasse Füße. Man landete ja unweigerlich in einem der weiten Grundwasserseen, die verschwiegen dafür Sorge tragen, dass das Wasser aus unseren Hähnen sprudelt. Auch so eine Selbstverständlichkeit! Würden die 83.000 Kilometer Leitungen der Grundwasserversorgung nicht gepflegt, versiegte das Wasser rasch. So, wie unser demokratisches Bewusstsein verdurstet, wenn sein Besitzer es vorzieht, den Kopf in den Sand zu stecken.
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