Software-Panne bei E-Medikation: Apotheken in Vorarlberg pannenfrei

Vorarlberg / 18.10.2021 • 20:00 Uhr
Software-Panne bei E-Medikation: Apotheken in Vorarlberg pannenfrei
symbol/apa

Software-Fehler mit falscher Dosierungsangabe konzentriert sich offenbar auf Wien.

bregenz, wien Das sorgt derzeit ordentlich für Aufregung: Durch eine Software-Panne bei der E-Medikation soll es zu falschen Angaben auf Rezepten gekommen sein. Nach bisherigen Erkenntnissen waren 33 von rund 1400 Apotheken in Österreich betroffen, wobei sich Wien als Schwerpunkt herauskristallisierte. In den Vorarlberger Apotheken wurden offenbar keine diesbezüglichen Unregelmäßigkeiten registriert, wie die Vizepräsidentin der Apothekerkammer, Susanne Schützinger-Österle, auf VN-Nachfrage erklärte. Ihr sei jedenfalls nichts dergleichen bekannt geworden. Im Übrigen, sagt Schützinger-Österle, seien ihren Informationen zufolge die Einnahmeempfehlungen aufgrund des Fehlers in der Software so ungewöhnlich ausgefallen, dass dies jeder Apotheker wohl sofort bemerkt hätte.

„Die Angaben fielen so ungewöhnlich aus, dass dies sofort bemerkt worden wäre“, sagt<br>Susanne Schützinger-Österle, Vizepräsidentin Apothekerkammer. <span class="copyright">MEDIArt </span>
„Die Angaben fielen so ungewöhnlich aus, dass dies sofort bemerkt worden wäre“, sagt
Susanne Schützinger-Österle, Vizepräsidentin Apothekerkammer. MEDIArt

Abweichende Anzeigen

In einer der APA übermittelten Stellungnahme von Apotheker- und Ärztekammer, dem Dachverband der Sozialversicherungsträger, der ELGA GmbH sowie der Pharmazeutischen Gehaltskasse hieß es, Apotheken würden sich privater Softwareprodukte bedienen. Bei einem dieser Softwareanbieter sei es aufgrund eines Fehlers in der eingesetzten Software zu einer von der ärztlichen Verordnung abweichenden Anzeige einer Dosierungsinformation gekommen. Von dem Fehler sind demnach aktuell rund 1000 Patienten betroffen, die Apotheker würden in persönlichem Kontakt mit den Kunden sowie den verschreibenden Ärzten stehen, um die Medikation auf Richtigkeit zu kontrollieren.

Das Gesundheitsministerium sei ebenfalls bereits informiert und habe bekundet, alles umfassend aufklären zu wollen. Eine solche Aufklärung fordert ganz dringend auch die Ärztevertretung. Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, wetterte: „Der Gang in die Apotheke darf nicht zum Gesundheitsrisiko werden.”

Datenforensiker zur Fehleranalyse

Er appelliert an Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein, einen unabhängigen Datenforensiker zur Fehleranalyse zu entsenden. „Man sieht an diesem Vorfall auch, wie wichtig eine End-to-end-Qualitätssicherung wäre, die den gesamten Vorgang über alle Anwender hinweg abdeckt“, sagte Steinhart. Auch hier sieht er das Gesundheitsministerium gefordert. VN-MM