Wässrige Kooperation

Düns, Dünserberg, Röns, Schnifis und Schlins planen gemeinsamen Notwasserverbund.
Düns, DÜnserberg, Röns, schnifis, Schlins Bereits im Jahr 2006, im Rahmen eines Trinkwasservorsorgekonzepts, regte das Land Vorarlberg eine verstärkte Kooperation verschiedener Gemeinden in Sachen Trink- und Löschwasser an. Obwohl nach derzeitigem Stand in den Gemeinden Düns, Dünserberg, Röns, Schnifis und Schlins im Normalfall genügend Wasser vorhanden ist, gilt es für die kommenden Jahrzehnte – Stichwort Klimawandel, Bevölkerungszunahme – vorzusorgen. Und so entstand 2018 die konkrete Idee für eine Zusammenarbeit zwischen Dreiklang und Jagdberg. Diese betrifft dezidiert nur den Notfall, ansonsten können sich die Gemeinden im Regelfall selbst versorgen.

Schlüsselgemeinde ist dabei Schlins, das auf einem reichhaltigen Grundwassersee liegt und zudem noch mit der Gemeinde Bludesch verbunden ist, die ebenfalls über ausreichend Wasserreserven verfügt. Etwas speziell ist die Lage allerdings in Röns. Die Quellen der Gemeinde liegen nicht in einem ausgewiesenen Quellschutzgebiet und zudem entspricht der Hochbehälter II (Ställi) nicht mehr den technisch erforderlichen Mindeststandards. Die Sanierung der Quellen und ein Neubau würden grob geschätzt knapp eine Viertel Million Euro kosten. Daher wurde entschieden, den Hochbehälter Ställi aufzulassen und einen neuen Behälter mit einem Volumen von mehr als 450 Kubikmetern gemeinsam mit Schnifis auf Schnifner Gemeindegebiet zu errichten. Für beide Gemeinden bedeutet dies Versorgungssicherheit auf Jahrzehnte.
Die restlichen Gemeinden werden ebenfalls miteinander verbunden, wodurch dann Wasser von Schlins bis auf den Dünserberger Fernsehturm gepumpt werden kann. Eine Grobschätzung der Kosten für das aus dem Jahr 2020 stammende Gesamtprojekt beläuft sich auf rund 2,2 Millionen Euro, es ist aber wohl von einer höheren Summe auszugehen, wie auch der Rönser Bürgermeister Michael Ammann bestätigt: „Für all die kleinen Gemeinden ein ordentlicher Betrag, aber wenn man es genauer betrachtet, doch wieder nicht so hoch. Mit laufenden Kosten und nötigen Sanierungen kämen wir auf eine ähnliche Summe. Mit diesem Projekt sichern wir aber die Trinkwasserversorgung für alle Gemeinden bis ins Jahr 2060 auch im Notfall.“

„Mit diesem Projekt sichern wir die Trinkwasserversorgung bis ins Jahr 2060.“
Michael Ammann
Bürgermeister Röns
Gründung im Jahr 2022
Zwischenzeitlich liegen aus allen Gemeinden positive Grundsatzbeschlüsse vor. Nun geht es an die Erarbeitung der Satzungen für den geplanten Verbund, weiters darum, einen Schlüssel für die Bau- und Betriebskosten zu finden und die Förderungen des Landes zu beantragen. Dann folgen die Detailplanungen und die tatsächliche Umsetzung. „Im Jahr 2022 wollen wir den Verbund auf jeden Fall gründen und die Planungen möglichst weit bringen“, sagt Ammann über den weiteren Zeitplan.
Das Grundkonzept ist von der Firma Adler und Partner aus Klaus erstellt worden, das gesamte Projekt soll nun erneut ausgeschrieben werden. Für die Bürger der fünf betroffenen Gemeinden dürfte es auf jeden Fall ein beruhigender Gedanke sein, dass auch in Zukunft das kühle Nass aus jeder Leitung fließen wird. CEG