Doppelte Dachgleiche für Microliving-Projekte in Lauterach und Dornbirn

Alexander und Melanie Stuchly mit Bürgermeister Elmar Rhomberg bei der Rohbau-Führung in Lauterach.
Nächste Bauphase für neue Wohnanlagen in Lauterach und Dornbirn.
Lauterach, Dornbirn Gleich zweimal konnten Alexander Stuchly und sein Partner Clemens Pichler als Geschäftsführer der Continuum Immo zur Dachgleiche laden – klingt treffender als Firstfeier, denn der geschmückte Baum wurde sowohl in Dornbirn als auch wenige Tage später in Lauterach nicht auf einen „First“ aufgepflanzt, sondern auf ein Flachdach.
Dementsprechend modifiziert war deshalb auch der Richtspruch von Daniel Mathis, seines Zeichens nicht Zimmerer, sondern Maurer: „Zuerst dem Bauherrn sei gedankt, mit dem uns dieses Bauwerk stets verband. Mit Beton und seinem Geld haben wir den Bau erstellt.“
Auf den Inhalt kommt es an
Das Baumaterial spielt bei der Feier für die Handwerker eine untergeordnete Rolle, viel wichtiger ist der Inhalt der Objekte, bei denen mit der Dachgleiche eine wichtige Etappe erreicht wurde: Jetzt konnte Alexander Stuchly sein Konzept der Kleinwohnungen mit rund 30 Quadratmetern nicht nur anhand von Plänen, sondern vor Ort im Rohbau erläutern.
Lauterachs Gemeindechef Elmar Rhomberg meinte, dass „mit diesem Modell in einem wichtigen Segment von Wohnungssuchenden leistbarer Wohnraum geboten werden kann“.Stuchly hat in sein Modell Microliving seine langjährige Erfahrung eingebracht. „Immer wieder gab und gibt es Anfragen nach solchen Wohnungen, deshalb ist unser Konzept auf eine ganz bestimmte Zielgruppe zugeschnitten: Junge Singles, die sich vom Elternhaus lösen wollen und eine eigene Wohnung anstreben, Studenten, die auf Zeit in der Nähe ihrer Bildungsstätte wohnen wollen, weil tägliches Pendeln vom Wohnort zu umständlich ist“, so Stuchly.
Konkrete Anfragen von Firmen
„Unser Modell ist aber auch ein Angebot an Ärzte und Krankenhauspersonal, das ebenfalls nur auf Zeit – etwa zur Aus- oder Weiterbildung – eine günstige Wohnung in Krankenhausnähe sucht. Eine weitere Gruppe sind Mitarbeiter von Firmen, die etwa als Wochenpendler nahe ihres Arbeitsplatzes wohnen wollen. Diesbezüglich gibt es konkrete Anfragen von Firmen“, listet Stuchly auf.
Nur Miete, kein Eigentum
„Wir gehen davon aus“, so Stuchly, „dass es sich in fast allen Fällen um Wohnen auf Zeit handeln wird. Deshalb werden die Wohnungen nur zur Miete angeboten, es wird keine Eigentumswohnungen geben.“ Dafür sind die Wohnungen komplett ausgestattet – inklusive Waschmaschine, TV oder WLAN. Dazu gibt es Gemeinschaftsräume für Co-Living und Co-Working – ausgestattet mit Technologie für Homeoffice samt Beamer. In Lauterach stehen dafür Indoor rund 150 Quadratmeter und dazu noch etwa 100 Quadratmeter Terrasse zur Verfügung. Raum, der nicht nur wie ein Großraumbüro zum Arbeiten genutzt werden kann, sondern auch als Ort für gemeinsame Freizeitbetätigungen.
Für Mobilität wird durch die Nähe zu Bus- und Bahnhaltestellen gesorgt, ebenso durch Carsharing.
Es ist erst der Anfang
„Wir haben mit diesem Modell zwar noch keine praktischen Erfahrungen“, merkt Stuchly an, „sind aber zuversichtlich, dass es funktionieren wird und die Wohnqualität durch eine aktive Hausgemeinschaft noch erhöht wird.“
Lauterach und Dornbirn haben mit der Dachgleiche die erste Bauetappe abgeschlossen und sollen im kommenden Jahr in Betrieb gehen. In Feldkirch und Hard wird ebenfalls gebaut und weitere Projekte sind in Planung. Etwa in Lustenau, wo das ehemalige Gasthaus Taverne – heute griechisches Restaurant Korfu – von der Continuum Immo erworben wurde. Mittelfristig soll hier eine weitere Microliving-Anlage errichtet werden. In Wolfurt und Rankweil laufen ebenfalls Verhandlungen über weitere Projekte. STP

Daniel Mathis – Maurer statt Zimmermann beim Firstspruch. STP/2