Sprickler-Falschlunger interimistisch an SP-Spitze

Vorarlberg / 11.10.2021 • 10:34 Uhr
Sprickler-Falschlunger interimistisch an SP-Spitze

Interimistische Lösung im Tauziehen um Parteispitze. Sprickler-Falschlunger will als SPÖ-Landesparteichefin zurückkehren.

Schwarzach Bei den Vorarlberger Sozialdemokraten zeichnet sich nach dem Tauziehen um die Parteispitze ein interimistische „Lösung“ ab. Hinter den Kulissen steht fest, dass Gabriele Sprickler-Falschlunger (65) beim bevorstehenden Landesparteitag am kommenden Samstag, 16. Oktober, an die Spitze zurückgeholt werden und damit die Partei wieder übernehmen soll. Und zwar für die nächsten zwei bis drei Jahre. Sprickler-Falschlunger soll wieder „Ruhe in den zerstrittenen Haufen bringen“, heißt es unter den Genossen im Land. Sprickler-Falschlunger bestätigte am späten Vormittag entsprechende Informationen der VN.

Zweidrittel-Mehrheit notwendig

“Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, am kommenden Landesparteitag der SPÖ Vorarlberg für den Landesparteivorsitz zu kandidieren.Um kandidieren zu können, benötige ich am Landesparteitag eine Zweidrittel-Mehrheit der anwesenden Delegierten”, so Sprickler-Falschlunger in einer Aussendung. “Meine Entscheidung wurde maßgeblich dadurch beeinflusst, dass viele führende Funktionärinnen und Funktionäre mit diesem Wunsch an mich herangetreten sind. Die anderen Kandidat:innen wurden von mir bereits informiert.”

Langjähriges Parteimitglied

Die Dornbirner Allgemeinmedizinerin ist freilich nicht nur in der Partei keine Unbekannte: Sie fungierte bekanntlich zwischen 2009 und 2019 für Sozialdemokraten als Abgeordnete im Vorarlberger Landtag und hatte zwischen September 2016 und September 2018 auch den Landesparteivorsitz inne. Ihre politische Karriere begann Sprickler-Falschlunger, die seit 1999 Parteimitglied der Sozialdemokratischen Partei Österreichs ist, im Jahr 2000 als Stadtvertreterin und Stadträtin in ihrer Heimatstadt Dornbirn. Während ihrer Amtszeit als Stadträtin von 2000 bis 2009 war sie in Dornbirn zuständig für die Ressorts Integration und Schulen. Nach der Landtagswahl 2009, bei der die SPÖ starke Verluste hinnehmen musste, rückte Sprickler-Falschlunger als zweitgereihte der Landesliste in den Vorarlberger Landtag auf.

Turbulenzen nach Ankündigung

Anlässlich des 41. Landesparteitages der SPÖ Vorarlberg am 4. November 2011 wurde sie mit 100 Prozent der abgegebenen Stimmen zu einer der stellvertretenden Landesparteivorsitzenden gewählt. Bei der Landtagswahl 2014 wurde Sprickler-Falschlunger, die auf Platz zwei der SPÖ-Landesliste kandidierte, erneut in den Vorarlberger Landtag gewählt. Im März 2017 wurde sie als Nachfolgerin des jetzigen Bregenzer Bürgermeisters Michael Ritsch zur Landesparteichefin gewählt, wobei sie dieses Amt zuvor bereits seit September 2016 geschäftsführend ausgeübt hatte. Im Juni 2018 wurde Martin Staudinger vom erweiterten Landesparteivorstand als ihr Nachfolger in dieser Funktion nominiert und schließlich am 20. September 2018 vom Landesparteitag gewählt. Die öffentliche und nicht mit der Partei abgesprochene Ankündigung Staudingers, wonach der jetzige Klubchef Thomas Hopfner sein Erbe antreten soll, hatte wie in den VN mehrfach berichtet, für arge Turbulenzen und Debatten in der Partei geführt.

“Gräben zuschütten”

“Unser aller Wunsch ist es, uns endlich wieder auf Inhalte zu konzentrieren und persönliche Befindlichkeiten in den Hintergrund zu stellen. Ich bin davon überzeugt, dass es mir gelingen wird, die in den letzten Wochen und Monaten aufgerissenen Gräben in der Partei wieder zuzuschütten, damit wir gemeinsam an den dringendsten Problemen arbeiten können”, heißt es in der Aussendung von Sprickler-Falschlunger weiter. !Das Vertrauen der Menschen in die Politik wurde in den letzten Tagen auf eine harte Probe gestellt. Das Weiterführen des „Kurz-System“ mit Duldung der ÖVP Landeshauptleute, wird sich weiterhin mit sich selber beschäftigen und die anstehenden Probleme dadurch nicht gelöst. Ständig steigende Wohnkosten, immer größere Unterschiede zwischen Armen und Reichen sowie der Schutz unserer Umwelt uvm verlangen nach einer starken Sozialdemokratie. Dafür werde ich mich einsetzen”, schließt sie ihr Statement.