Kleine Formate ganz groß

Vorarlberg / 08.10.2021 • 08:17 Uhr
Einige der ausstellenden Kunstschaffenden waren in der Langen Nacht der Museen persönlich anwesend. <span class="copyright">Heilmann</span><p class="caption"><span class="marker"><span class="copyright"></span></span></p>
Einige der ausstellenden Kunstschaffenden waren in der Langen Nacht der Museen persönlich anwesend. Heilmann

In der Langen Nacht der Museen zeigten 23 Kunstschaffende von KunstVorarlberg „Kleine Formate“ in der Villa Claudia.

feldkirch Welch große künstlerische Vielfalt und leidenschaftliche Ausdruckskraft in 30 mal 30 Zentimetern stecken können, zeigten der Verein KunstVorarlberg und seine Mitglieder in der Langen Nacht der Museen in der Ausstellung „Kleine Formate 2“ in der Villa Claudia.

Von Putzlappen aus Keramik bis zu kreischenden Seemöwen aus Pappmaschee reicht die schier unerschöpfliche Vielfalt kleiner Kunstwerke. In der Langen Nacht der Museen bestand die Gelegenheit, mit den Künstlern über ihr Werk ins Gespräch zu kommen. Nach einer ersten Betrachtung der Kunstwerke lohnte es sich, mit den Künstlern die Ausstellungswerke abzuschreiten und einen Blick hinter die Kulisse zu werfen. Dabei wurde neben der Vielfalt an technischen und gestalterischen Umsetzungsformen so manch weiteres Geheimnis über die Entstehungsgeschichte der Werke gelüftet.

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Auf 30 mal 30 Zentimetern konzentriert ...

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...zeigen sich kleine Kunstwerke ganz groß.

Blick hinter den Vorhang

So entführt May-Britt Nyberg-Chromys „Konferenz der Möwen“ in ihre Heimat Dänemark und an den Sehnsuchtsort des Fjords, wo sie aufwuchs und die Flugkünstler verfolgte. Ursula Dorigos „Catwalk“-Gemälde sind nach Zeichnungen ihrer Enkelkinder entstanden und spiegeln die Sehnsucht nach ihren Liebsten in der Coronazeit wider. Lisa Althaus bannt in „Elle-fant“ selbst einen Elefantenrüssel auf 30 mal 30 Zentimeter und verleiht seltenen Tieren eine weibliche Gestalt. Renate Ludescher-Krapez’ „Dialogo“ genannte Bildreihe lässt alte Startnummern wieder erblühen und verleiht ihnen durch das Schütten, Schreiben und Nähen eine reizvolle lineare Gegensätzlichkeit. Franziska Stiegholzer hält eine Reihe anscheinend banaler Haushaltsgegenstände wie Waschlappen oder Putzlumpen in Ton fest und lässt kunstvolle Keramik entstehen. Dorothea Rosenstock verbindet in ihrem Werk die Technik des Webens mit altem Zeitungspapier und beklagt einen Rückgang des Zeitungskonsums gegenüber anderen Medien: „In Zukunft ist Zeitungspapier als Material vielleicht wieder so wertvoll, dass wir unsere Kleider daraus weben werden.“

Zu den weiteren Künstlern der Ausstellung zählen Judith Batlogg, Melanie Berlinger, Cornelia Blum-Satler, Bettina Bohne, Daniela Fetz, Evelyne M. Fricker, Harald Gmeiner, Egmont Hartwig, Ewald Hotz, Hilda Keemink, Guntram König, Edgar Leissing, Hanno Metzler, Norbert Leo Müller, Udo Rabensteiner, Georg Vith und Rainer Wolf. Viele der Kunstschaffenden waren in der Langen Nacht der Museen in der Villa Claudia persönlich anwesend, darunter Nyberg-Chromy, Blum-Satler, Ludescher-Krapez, Dorigo, Stiegholzer und Wolf.

Die Ausstellung „Kleine Formate 2“ ist noch bis Sonntag, 10. Oktober, im Forum für aktuelle Kunst, Villa Claudia, zu besichtigen. Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 18 Uhr, Samstag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr. HE