Neuer Damm an der Bregenzerach in Hard

Hochwasserschutz am Unterlauf der Bregenzerach wird mit großem Aufwand gewährleistet.
HARD Seit September laufen die Arbeiten zum Hochwasserschutz am Unterlauf der Bregenzerach auf Hochtouren. Im Bereich zwischen Radbrücke und Harder Brücke ist für den neuen Achdamm bereits eine breite Schneise in den Auwald geschlagen.
Bis April 2022 auf Harder Seite
Im vergangenen Winter erfolgte die Sanierung der Ach am Bregenzer Ufer, bis April 2022 wird auf der Harder Achseite gearbeitet. Hier muss der Damm erhöht und ca. 30 Meter vom aktuellen Verlauf landeinwärts neu errichtet werden. Dazu sind umfangreiche Rodungsarbeiten erforderlich. Knapp hinter dem Gelände beim Harder Schützenhaus ist bereits eine breite Schneise in den Auwald geschlagen. Hier entsteht der neue Damm. Bei Hochwasserereignissen der vergangenen Jahre war das Flussbett der Bregenzerach randvoll, es gab keine Reserven mehr. Bisher sind Provisorien wie Betonblöcke im Einsatz.
Mehr Wasser kann abfließen
Jetzt werden die Dämme stabilisiert und das Flussbett verbreitert, so kann mehr Wasser abfließen. Auch während der Bauarbeiten bleibt der Schutz intakt. Bei Gefahr lässt sich die Baustelle binnen drei Stunden räumen. Der Baubetrieb erfolgt großteils am und im Achbett, eine eigene Baustraße führt direkt zur Landesstraße. Steine und anderes Material werden vor Ort aufbereitet und wieder eingebaut. Pro Tag sind maximal 20 Lkw-Fahrten mit Material vorgesehen. Eine eigene Bauaufsicht kümmert sich um ökologische Themen. Es wird im Herbst und Winter gearbeitet, um den niedrigen Wasserstand zu nutzen. Für den ersten Bauabschnitt von 2020 bis 2024 sind Kosten von 15,5 Millionen Euro eingeplant. Davon trägt der Bund 85 Prozent.
Trinkwassersicherheit
Dem Wasserverband Bregenzerach Unterlauf gehören Bregenz, Hard, Lauterach, Wolfurt und Kennelbach an. Die Bregenzerach und ihr Umfeld liefern Trinkwasser für Tausende Menschen. Der Schutz der Vorkommen und die sichere Wasserversorgung haben höchste Priorität. Dafür wurden bereits diverse Anlagen und Verbindungsleitungen gebaut. So kann etwa das Pumpwerk Hard während der Bauarbeiten vorsichtshalber abgeschaltet werden, um das Grundwasser zu schützen. Das Gewässerentwicklungskonzept ist auf den Schutz von Natur und Umwelt ausgelegt. Für den Hochwasserschutz sind allerdings kurzzeitig Eingriffe nötig, so müssen Teile des Auwaldes gerodet werden. Erfahrungsgemäß erholt sich dieser rasch wieder. Damit auch künftig keine Abflusshindernisse entstehen, werden die Dämme regelmäßig von Bewuchs befreit. So können auch mögliche Dammbrüche oder -risse rasch erkannt werden. Jedenfalls ist gewährleistet, dass der Natur- und Lebensraum mittelfristig wertvoller und sicherer sein wird. ajk

Umfangreiche Bauarbeiten am Unterlauf der Bregenzerach auf Harder Seite.