Jakob und Erich halten 24 Stunden die Stellung

Vorarlberg / 06.10.2021 • 16:56 Uhr
Obmann Markus Hartmann zwischen den gut gefüllten Käseregalen.<span class="copyright">Egle</span>
Obmann Markus Hartmann zwischen den gut gefüllten Käseregalen.Egle

Sennereigenossenschaft Schnifis nimmt neuen, voll automatisierten Käsekeller in Betrieb. Zwei personalisierte Roboter sind rund um die Uhr im Einsatz.

Schnifis Nicht einmal ein Jahr nach dem erfolgten Spatenstich hat die Sennereigenossenschaft Schnifis den neuen Käsekeller am Ortsausgang in der Nähe der Seilbahn in Betrieb genommen. Dieser ersetzt die bisher vorhandenen verschiedenen kleineren Standorte verteilt im ganzen Land und liegt gerade mal rund einen Kilometer vom Hauptsitz der Sennerei im Ortszentrum der Gemeinde entfernt.

Der neue Käsekeller in Schnifis ist in Betrieb.
Der neue Käsekeller in Schnifis ist in Betrieb.

Für Obmann Markus Hartmann ist der neue Käsekeller ein Quantensprung in jeglicher Hinsicht: „Wir können nun langfristig für alle unsere Käselaibe ein gleichbleibendes Reifeklima bieten, was in Sachen Qualität sehr entscheidend ist.“ Gleichzeitig bedeute der neue Standort auch zahlreiche Erleichterungen in den Arbeitsabläufen und nicht zuletzt entfallen nun viele Transportkilometer, so der Obmann. Besonders stolz zeigt sich Hartmann auch darüber, dass sowohl der Kosten- als auch der Zeitplan eingehalten werden konnte: „Das geplante Budget von rund 3,4 Millionen Euro wurde nicht überschritten. Der mutige Zeitpunkt zur Umsetzung war ideal, hätten wir ein Jahr länger zugewartet, wären die Baukosten sicher um 20 bis 25 Prozent höher gelegen.“

Fernüberwachte Roboter

Insgesamt bietet der neue Käsekeller Platz für maximal 6800 Stück Bergkäse und 6300 Schnittkäse. Die Pflege der Käselaibe übernehmen vollautomatisch zwei Roboter. Diese wurden aber passend personalisiert, um ihnen auch eine Art Gesicht zu geben.

Erich ist einer der vollautomatishen Roboter.
Erich ist einer der vollautomatishen Roboter.

Benannt wurden Jakob und Erich nach Jakob Nigg, dem langjährigen Obmann der Genossenschaft, der seinerzeit mit dem Laurentius Schnittkäse das zweite Käsestandbein begründete, sowie nach Erich Dobler, einem früheren Senn, der damals die Umstellung von Emmentaler auf Bergkäse umgesetzt hat. Jakob und Erich sind rund um die Uhr im Einsatz, pflegen, waschen und wenden die Käselaibe. Eine nicht unwesentliche Investition, die sich aber langfristig rechnen soll und auch auf eine gleichbleibende Qualität abzielt. Die Roboter können fernüberwacht werden – in Notfällen ist der Keller aber direkt im Ort und der kurze Weg erhöht die Zeit- und Arbeitsersparnis somit enorm.

Käseparty folgt

Eigentlich wären zur Eröffnung noch ein offizieller Akt und ein Tag der offenen Tür vorgesehen gewesen, aus zeitlichen und weiteren – bekannten – aktuellen Gründen hat man sich aber dazu entschieden, dies auf das kommende Frühjahr zu verschieben. Dann soll es aber für die ganze Bevölkerung eine große Käseparty geben. CEG