Erweiterung des Käsekellers in Lingenau unter Dach

Vorarlberg / 04.10.2021 • 16:18 Uhr
Einbau der Beton-Hohldielenelemente, welche die Dachkonstruktion der Käsekellererweiterung bilden.
Einbau der Beton-Hohldielenelemente, welche die Dachkonstruktion der Käsekellererweiterung bilden.

Der Lingenauer Käsekeller wird um 40 Meter verlängert. Die Kosten liegen bei 5,5 Millionen Euro.

Lingenau Ein Hohldielenelement nach dem anderen hievt der schwere Mobilkran als Deckenteile auf den neuen Reifekeller in Lingenau. Die Beton-Hohldielen mit einem Einzelgewicht von rund zehn Tonnen werden mittels Sondertransporten auf die Baustelle angeliefert. Die Zwischenräume zwischen den Hohldielenelementen werden armiert und dann mit Beton vergossen. Schließlich folgt die Dachabdichtung und die Bekiesung wird aufgebracht.

Genau im Zeitplan

Laut Bauleiter Markus Moosbrugger von der Firma Baukultur liegen die Bauarbeiten derzeit genau im Zeitplan: „Bis Ende März/Anfang April 2022 sollen die ersten Käse im Erweiterungsbau eingelagert werden können.“ Als nächste Baumaßnahmen sind die Herstellung des seitlichen Fluchtweges sowie die Montage des Technikraumes in Holzbauweise auf dem Dach vorgesehen. Nach der Abdichtung der kompletten Dachfläche kann mit dem Innenausbau gestartet werden.

Platz für 32.600 Laibe

Der Käsekeller Bregenzerwald am Ortseingang von Lingenau wurde 2003 eröffnet. Er gehört elf Gesellschaftern, die hier ihren Bergkäse einlagern. In den drei knapp acht Meter hohen Reifekellern in Lingenau können aktuell 32.600 Laibe eingelagert werden. Mit dem derzeit in Bau befindenden Anbau kommen weitere 18.000 Reifeplätze dazu. Hierfür wird das bestehende Gebäude in einer Flucht um 40 Meter verlängert. Die Kosten liegen bei 5,5 Millionen Euro.

Bekenntnis zur Region

„Die Käsekellervergrößerung ist ein klares Bekenntnis zur Region, zum Standort und zum Projekt an sich. In der Planung wurde besonderer Wert darauf gelegt, rationell, innovativ, modern und fortschrittlich und vor allem am Stand der Technik zu planen“, so Geschäftsführer und Käsemeister Ulrich Gärtner. Bei einer Kellertemperatur von 10 bis 14 Grad Celsius fährt ein Roboter entlang der Käsegestelle, hebt jeden Käselaib einzeln von den Fichtenholzbrettern, bürstet ihn mit Salzwasser und legt ihn wieder an den angestammten Platz zurück. Weil die Käse immer älter verkauft werden, hat der Käse­keller in Lingenau seit Längerem mit Platzproblemen zu kämpfen. Als Übergangslösung wurde daher ein provisorischer Reifekeller im alten Alma-Gebäude in Hard genutzt. ME

Besprechung auf der Baustelle: Bauleiter Markus Moosbrugger, Rainer Berkmann, GF Ulrich Gärtner und Johannes Faißt (Berkmann Bau). <span class="copyright">me/2</span>
Besprechung auf der Baustelle: Bauleiter Markus Moosbrugger, Rainer Berkmann, GF Ulrich Gärtner und Johannes Faißt (Berkmann Bau). me/2