Hörbranzer unterstützen Schulen in Albanien

Vorarlberg / 29.09.2021 • 15:46 Uhr
Eugen und Bernhard Köb, Bauhofleiter Hubert Schreilechner, Wolfgang Blank und Bürgermeister Andreas Kresser bei der Beladungsaktion in Hörbranz.
Eugen und Bernhard Köb, Bauhofleiter Hubert Schreilechner, Wolfgang Blank und Bürgermeister Andreas Kresser bei der Beladungsaktion in Hörbranz.

100 Tische und 200 Stühle sorgen für Freude bei Kindern in Mirdita.

Hörbranz Eine kleine Gruppe von Hörbranzern packte mit Unterstützung des Gemeindebauhofs ordentlich an, galt es doch einen Lkw mit Schulinventar zu bestücken. Beinahe Zenimeterarbeit, mussten doch rund 100 gebrauchte Tische und etwa 200 Stühle im eigens arrangierten Sondertransport untergebracht werden. Hintergrund ist, dass die Hörbranzer Gemeindevertretung im März beschlossen hatte, die örtliche Volksschule mit neuen Schulmöbeln auszustatten. Dem Wunsch der Mandatare, das bisherige Inventar einem wohltätigen Zweck zuzuführen, konnte mit dem „Projekt Albanien“ realisiert werden.

Ehrenamtliche Hilfe zur Selbsthilfe

Dahinter steckt ein in Vorarlberg tätiger Verein, der aus der von Pfarrer Franz Winsauer 1992 gegründeten Privatinitiative hervorgegangen ist. Der Wirkungsbereich, dabei bilden ehrenamtliche Teammitglieder das Bindeglied zwischen den Menschen in Armut und den Spendern sowie Paten, erstreckt sich auf wesentliche Teile Albaniens. Mit den Vertrauenspersonen vor Ort und den regelmäßigen Besuchen der Teammitglieder können die von den Spendern finanzierten Projekte begleitet werden. Damit die Hilfe auch tatsächlich ankommt, werden die weisungsgemäße Umsetzung der Projekte und der damit verbundene Fortschritt kontrolliert und dokumentiert. Seit Dezember 2016 führt der Dornbirner Bernhard Köb als Obmann die Geschicke des Vereins für Entwicklungshilfe. „Wir können uns in einem wohlhabenden Land wie Vorarlberg nicht vorstellen, wie groß die Not und Armut in Albanien ist“, brachte es der engagierte Pensionist bei der Beladungsaktion in Hörbranz auf den Punkt.

Hilfe für Schulen und Familien

Neben den Hilfsprojekten für die Schulen, die über einen Lustenauer Professor laufen, der im Balkanstaat unterrichtet, werden zwischenzeitlich auch über 250 Familien mit Grundnahrungsmitteln regelmäßig versorgt. „Damit und vor allem durch die Chance zur Bildung erhalten die Kinder und Jugendlichen eine Perspektive, um in der eigenen Heimat eine Existenz aufbauen zu können“, schildert Köb die Situation in Albanien, wo in vielen Regionen unvorstellbare humanitäre Bedingungen herrschen. Zuletzt waren die Hilfsgütertransporte ins Stocken geraten. Gründe dafür waren die weltweite Corona- Situation, aber auch die Kostenfrage. „Dieser Sondertransport mit der wertvollen Fracht aus Hörbranz ist nur möglich, weil die Marktgemeinde die Aufwendungen für die Überstellung übernommen hat“, so der Vereinsobmann. Übrigens, rund zwei Tage später erreichte der Lkw den Bezirk Mirdita im Norden Albaniens. Hier konnte die Warenspende auf die Grundschulen verteilt werden. „Bei uns hätten die gebrauchten Schulmöbel mitunter um teures Geld entsorgt werden müssen. In Albanien stellt diese Lieferung einen Luxus dar“, so Köb abschließend.