Ausgezeichnete Baukultur

Feldkirch und Göfis konnten beim österreichweit ausgeschriebenen LandLuft Baukulturgemeindepreis 2021 überzeugen.
Feldkirch, Göfis Das Thema Bodenverbrauch ist aktueller den je. Unter dem Motto „Boden g’scheit nutzen“ hat der Verein LandLuft die österreichischen Gemeinden aufgerufen, besonders gelungene Beispiele zum Baukulturgemeindepreis einzureichen. Im Unterschied zu den Preisen der vergangenen Jahre, welche insbesondere kleinere Gemeinden angesprochen haben, wurde der Preis dieses Mal auch für Klein- und Mittelstädte geöffnet.

Doppelte Freude
Insgesamt wurden 105 Projekte aus ganz Österreich für den Preis eingereicht. Aus diesen nominierte die Jury 13 Gemeinden und 28 Projekte. Nach einem umfangreichen Bewerbungsprozess, welcher unter anderem ein Juryhearing im Herbst 2020 sowie eine Bereisung der Gemeinden durch die Jury im Frühjahr dieses Jahres umfasst hat, wurden vergangene Woche in der Technischen Universität in Wien vier Gemeinden für ihren innovativen Umgang mit Grund und Boden sowie ihr baukulturelles Engagement ausgezeichnet. Darunter sind gleich zwei Gemeinden aus Vorarlberg. Neben der Stadt Feldkirch konnte auch die Gemeinde Göfis die Jury überzeugen. „Alle neu gekürten Baukulturgemeinden sind Vorzeigebeispiele im Umgang mit unserer raren Ressource Boden. Österreich verbraucht rund elf Hektar pro Tag. Die Baukulturgemeinden wissen, dass dieser enorme Verbrauch in Zusammenhang mit den Klimaveränderungen untragbar ist. Aber nicht nur das – ihre nachhaltigen Strategien und ihre aktive Bodenpolitik sind die Basis für die Entwicklung zukunftsfähiger Orts- und Stadtgemeinden“, schildert LandLuft-Obfrau Elisabeth Leitner. „Wir gratulieren den Siegergemeinden ganz herzlich. Sie sind die neuen Baukultur-Botschafterinnen. Ihre Strategien sollen Inspiration für viele weitere Kommunen sein.“

Wanderausstellung ab Herbst
Die Stadt Feldkirch konnte die Jury insbesondere durch die Forcierung der Innenentwicklung mit hoher Dichte überzeugen. So vermeide die Kommune Bauten auf grünen Flächen, stattdessen werden bestehende Areale wie beispielsweise der Bahnhof, die alte Spinnerei der Firma Hämmerle oder der ehemalige Bauhof der Firma Hilti & Jehle weiterentwickelt. Löblich seien zudem die großen Grundstücksreserven für die Zukunft, so die Begründung der Jury.

Mit der aktiven Rolle, die Bürgerinnen und Bürger in der Gemeindeentwicklung einnehmen, punktete die Gemeinde Göfis. „So beginne Baukulturvermittlung hier bereits bei den Kindern. Der Fokus liegt auf dem Ortskern, den die Gemeinde identitätsstiftend und mit Qualität entwickelt“, begründet die Jury in ihrer Entscheidung.
Der gesamte Prozess zur Preisverleihung wurde in einer umfassenden Publikation sowie in einer Wanderausstellung, die ab Herbst durch ganz Österreich tourt, dokumentiert.