Nächster roter Schlichtungsversuch

Vorarlberg / 27.09.2021 • 05:00 Uhr
Nächster roter Schlichtungsversuch
Beim VN-Sommergespräch gab Staudinger seine Präferenz für Hopfner bekannt. VN/Stiplovsek

SPÖ-Präsidium trifft sich, um Kandidaten zu präsentieren. Es wird vor allem ein Schlichtungsversuch.

Götzis, Bregenz Der Nachfolger von Martin Staudinger könnte Martin Staudinger heißen. Zumindest vorläufig. In der SPÖ wird gemunkelt, dass auch er sich noch für den Vorsitz beworben hat, um der Partei Luft zu verschaffen. Staudinger möchte das auf VN-Anfrage allerdings weder bestätigen noch dementieren. Die SPÖ-Spitze hat die Lehren aus den vergangenen Tagen gezogen: Man möchte zuerst die Partei informieren, erst danach die Öffentlichkeit. Die Partei ist heute, Montag, am Abend an der Reihe. Um 19.15 Uhr beginnt die Sitzung des erweiterten Vorstands in Götzis.

Spätestens seit der Ankündigung Staudingers, dass er Klubobmann Thomas Hopfner als Nachfolger präferiert, geht es in der SPÖ rund. Eine Gruppe um den Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch und den Bludenzer Mario Leiter kritisierte, dass sie davon aus den Medien erfahren haben. Es folgten viele Sitzungen und Diskussionen. Der Streit erreichte vor einer Woche eine neue Eskalationsstufe. Nachdem der Feldkircher Bezirksobmann und Götzner Ortsgruppenvorsitzende Christian Vögel medial Hopfner attackierte, kam es am Dienstagabend zu einer Sitzung. Dort sollte eigentlich eine Lösung gefunden werden. Stattdessen wurde eine Anzeige gegen Hopfner publik, weil ein anderes Parteimitglied ohne das Wissen von Michael Ritsch ein Telefonat zwischen Hopfner und Ritsch aufgezeichnet hatte. Nachdem der Wolfurter Ortsvorsitzende Michael Pompl öffentlich Ritsch und Vögel zum Rücktritt aufforderte, legte der Bregenzer Bürgermeister aus Protest seine Funktion im Parteivorstand zurück. Die beiden Gruppen in der Partei geizen nicht mit Vorwürfen, die sie sich gegenseitig an den Kopf werfen.

Kein Kommentar

In der Nacht von Freitag auf Samstag endete die Bewerbungsfrist für den Parteivorsitz. Nicht nur Staudinger, auch Landesgeschäftsführer Klaus Gasser war am Sonntag nicht zu entlocken, wer sich neben Hopfner noch bewirbt. “Wir bleiben bei unserer Kommunikationslinie.” Offiziell werden heute die Kandidaten und Kandidatinnen präsentiert. Inoffiziell dürfte es aber vordergründig noch einige andere Themen zu besprechen geben. Michael Ritsch ist im Parteivorstand nicht mehr dabei.