Fridays for Future-Demo: “Wir wollen etwas verändern”

Über 500 Fridays for Future-Aktivisten gingen in Bregenz auf die Straße, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.
Bregenz Die Sonne strahlt, die Gesichter der Aktivisten allerdings weniger. “Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut”, hallt es am Freitagvormittag durch Bregenz, als sich der Protestzug vom Bahnhof in Richtung Landhaus in Bewegung setzt. Laut Polizei haben sich über 500 Aktivisten in die Landeshauptstadt aufgemacht, um beim Fridays for Future-Streik mit Maske und bunt bemalten Plakaten lautstark auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen. Sie machen es an diesem Tag Millionen von Klimaaktivisten gleich, die beim globalen Streik für eine bessere Zukunft auf die Straßen gehen. Die Bildungsdirektion hat den Klimastreik erneut zur schulbezogenen Veranstaltung erklärt.

Clara Riedmann (16) aus Bregenz ist schon mehrere Male für das Klima auf die Straße gegangen. “Ich finde es super, dass wir Schüler zeigen können, dass es nicht in Ordnung ist, was auf der Welt passiert. Wir stecken mitten in einer Klimakrise und wir wollen etwas verändern”, betont die Schülerin. Marielle Dünser aus Bregenz hat bisher noch keine Fridays for Future-Demo verpasst. Sie freut sich, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene am Klimastreik teilnehmen. “Es ist wichtig, dass sich wir alle auf die Straße gehen und unsere Ziele ernst genommen werden.” Für die Bregenzerin zählt vor allem eines: “Wir müssen auch ins Tun kommen. Reden allein bringt nichts.” Bernadette Meusburger (41) ist gemeinsam mit ihrer Familie und einem selbst gebastelten Plakat nach Bregenz gekommen. “Mit der Jugend schaut es düster aus”, zeigt sich die Dornbirnerin besorgt. “Wir müssen den Politikern zeigen, dass es höchste Zeit ist, etwas zu unternehmen.” Diese Meinung teilt auch ihre zehnjährige Tochter Sophia. “Ich habe mir zum Geburtstag sogar eine Müllzange gewünscht”, erzählt die junge Umweltschützerin stolz. “Hoch mit dem Klimaschutz – runter mit der Hitze” rufen die Aktivisten auch vor dem Landhaus Bregenz, wo der Protestzug mit Abschlusskundgebungen die zentralen Forderungen an die Politik richtet. “Was muss noch passieren, bis die Politik handelt? Die Fakten und Zahlen, die bis jetzt bekannt sind, sollten ausreichen, um von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen und die Klimakrise in jeder Entscheidung mitzudenken, denn wir stecken mittendrin”, sagt Klimaaktivistin Sophia Hagleitner unter tosendem Beifall.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
“Schauen der Landesregierung auf die Finger”
Für Johannes Hartmann, den Sprecher von Fridays-for-Future Vorarlberg, bietet der inzwischen achte globale Klimastreik einmal mehr die Möglichkeit, ein klares Statement für den Klimaschutz zu abzugeben. “Wir zeigen damit, dass wir der Landesregierung auf die Finger schauen.” Die Forderungen sind klar: Die Politik soll die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Prognosen zur Klimakrise ernst nehmen und Maßnahmen dagegen setzen. Sie soll sich an ihre Versprechen im Pariser Abkommen halten und Anstrengungen unternehmen, um die Erderwärmung auf unter 1,5 Grad zu beschränken. Zudem wendet sich Fridays for Future in Vorarlberg auch gegen das umstrittene Straßenbauprojekt S18. “Wir brauchen nicht noch mehr Emissionen.”




