Schwarzenberger Markt in fast familiärem Rahmen

Vorarlberg / 22.09.2021 • 16:27 Uhr
Seit rund 35 Jahren musizieren die Bergspatzen, vor einigen Jahren ist aus dem Quartett ein Trio geworden. <span class="copyright">STP/3</span>
Seit rund 35 Jahren musizieren die Bergspatzen, vor einigen Jahren ist aus dem Quartett ein Trio geworden. STP/3

Alptag & Markt 2021 wird ein Eintrag unter „Kurioses“ in der über 400-jährigen Chronik.

Schwarzenberg Der Alptag & Markt in Schwarzenberg hat eine mehr als 400 Jahre zurückreichende Tradition mit Höhen und Tiefen – der Alptag & Markt 2021 wird fraglos unter „Kurioses“ in die Chroniken eingehen, denn aus dem größten bäuerlichen Fest in der Region mit Jahr für Jahr Tausenden Besuchern wurde heuer ein fast familiäres Fest.

Treffpunkt für „halb Europa“

Über Jahrhunderte war Schwarzenberg stets im September der Treffpunkt für Viehhändler aus vieler Herren Länder. Am Tag nach der Rückkehr des Viehs von den Alpen fand ein großer Markt statt, bei dem der Viehhandel im Fokus stand. Noch in den 1880er-Jahren weiß die Chronik zu berichten, dass 300 Stiere und Ochsen, 1200 Kühe, 750 Rinder, 200 Kälber und 300 Schweine den Besitzer wechselten.

100 Jahre später (1980) war der Markt, bei dem längst kein Vieh mehr gehandelt wurde, zur Bedeutungslosigkeit verkommen und stand praktisch vor der Auflösung. Eine Handvoll Marktfahrer hatten sich damals noch nach Schwarzenberg „verirrt“, ehe vor 30 Jahren ein engagiertes Team unter Federführung von Lothar Fetz, Bgm. Jakob Franz Greber und Reinhard Lechner ein Projekt zur Reaktivierung der Traditionsveranstaltung entwickelten.

Käseprämierung statt Viehhandel

Die Rückkehr des Alptviehs nach Schwarzenberg wurde bald wieder zum Spektakel für Einheimische wie Urlaubsgäste und statt dem Viehhandel gab es am darauffolgenden Tag ein großes Marktfest mit der Käseprämierung als Höhepunkt.

Schwarzenberg entwickelte Plan B

Im Vorjahr wurden Alptag und Markt wegen Corona abgesagt – und auch heuer war schon früh klar, dass der Alptag nicht zu organisieren war. Eine Einzäunung des Areals mit Zutrittskontrolle für Besucher war nicht machbar.

Auch für den Markt hatten die Veranstalter schlechte Karten – hier war die Einhaltung der 3-G-Regel bzw. eine notwendige Kontrolle nicht möglich. Schwarzenberg entwickelte deshalb einen Plan B.

Sogar Impfung angeboten

Die Veranstalter haben alles getan, um den Kern – die Käseprämierung – mit Publikum über die Bühne zu bringen. Das Festgelände rund um den Angelika-Kauffmann-Saal wurde abgesperrt und konsequente 3-G-Zutrittskontrollen aufgebaut. Sogar eine Impfung wurde angeboten und knapp ein Dutzend Impfwillige machten von diesem unbürokratischen Angebot Gebrauch.

Dorffest auf dem Schulplatz

Statt buntem Markttreiben organisierten Vereine ein Dorffest mit fast familiärem Charakter. Der Schulplatz war bewirtet und daneben konnten sich die jungen Besucherinnen und Besucher auf einem Spielplatz samt Hüpfburg die Zeit vertreiben.

Das Mesner Stüble, normalerweise ein Hotspot inmitten des Marktgeschehens, war diesmal eine Oase der Ruhe und Entspannung.

Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Guggamusig der Hittisouer Alpa Kracher sowie die Bergspatzen Klaus Berchtold, Wolfgang Wirth und Hans Leitner. STP

Das Mesner Stüble ist sonst mitten im Markttrubel, diesmal war es – ein Stück abseits vom Dorffest – ein Ort der Entspannung.
Das Mesner Stüble ist sonst mitten im Markttrubel, diesmal war es – ein Stück abseits vom Dorffest – ein Ort der Entspannung.
Für Unterhaltung der Dorffestgäste sorgte die Guggamusig der Hittisouer Alpa Kracher, die ihrem Namen alle Ehre machten und es krachen ließen.
Für Unterhaltung der Dorffestgäste sorgte die Guggamusig der Hittisouer Alpa Kracher, die ihrem Namen alle Ehre machten und es krachen ließen.