Der leuchtende Star im Herbst

Kürbisbauer Kalb hat erhebliche Ernteeinbußen. Die Nachfrage ist aber ungebrochen groß.
Lauterach „An ein solch schlechtes Jahr kann ich mich nicht erinnern“, erzählt der Lauteracher Landwirt Andreas Kalb (48). Das nasskalte Wetter hat nicht nur den Freibädern die Saison verhagelt, sondern auch den Kürbisbauern. Andreas Kalb, der gerade eine Ladung Kürbisse vom Feld geholt hat, spricht von einem Ernteausfall zwischen 40 und 50 Prozent. Damit ein Kürbis gut wächst, braucht er reichlich warme und trockene Tage im Sommer. „Diese hatten wir leider nicht. Phasenweise ist das Feld unter Wasser gestanden, das Schlagwetter hat sein Übriges getan“, bedauert er. Aus diesem Grund konnte mit der Ernte erst zwei Wochen später als üblich begonnen werden. Am Geschmack der Kürbisse habe das schlechte Wetter jedoch nichts geändert: „Diese sind auch heuer von guter Qualität und geschmacklich sehr gut.“ Trotz enormem Ernteverlust, der laut Kalb heuer seinen gesamten Gemüseanbau betrifft, hat er auch in dieser Saison eine breite Auswahl an Zier- und Speisekürbissen anzubieten. „Es sind schon einige Tausend Kürbisse, die wir ernten“, schätzt der Landwirt.

Insgesamt baut er auf über zwei Hektar Fläche 60 verschiedene Sorten in allen Farben, Formen und Größen an. „Der kleinste ist der Mandarinkürbis, der nur ein paar Gramm wiegt, geschmacklich aber top ist.“ Sein Traum – einen 500 Kilogramm schweren Kürbis zu züchten – konnte er sich heuer nicht erfüllen. „Ich habe einen mit 300 Kilogramm gezüchtet, aber ihm hat das Wetter nicht gut getan.“
Ausgesät wurde zwischen Ende April und Anfang Juni. Die Ernte begann im September. „Vorher waren die meisten Kürbisse noch nicht reif“, sagt Kalb. Die Nachfrage sei aber ungebrochen groß und habe seit der Coronapandemie sogar zugenommen. „Die Menschen legen viel mehr Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Dazu kommt, dass man weniger Fleisch isst“, betont Kalb. Verkaufsschlager auf Märkten und in seinem eigenen Hofladen ist und bleibt der Hokkaido. „Dieser ist in der Küche vielseitig einsetzbar und kann samt Schale gegessen werden.“ Um sein Angebot attraktiv zu halten, kommen jedes Jahr neue Sorten hinzu. Erstmals im Angebot hat er etwa den schlangenförmigen Trombolino D‘Albengo. „Es macht mir Spaß, immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Das kommt auch bei den Kunden gut an.“ Hochsaison hat der Kürbis im September und Oktober. „Das Geschäft ankurbeln wird auch Halloween“, ist sich Kalb sicher. Aber danach ist die Zeit für den runden Riesen noch lange nicht vorbei. „Speisekürbisse haben bis Weihnachten Saison. Mitte Jänner wird dann voraussichtlich der letzte Hokkaido-Kürbis verkauft sein.“
