VN-Wanderserie: Bei leichter Felskletterei geht es auf den Gipfel des Widdersteins

Der Dolomit ist griffig und der Weg nach oben kaum ausgesetzt.
Warth-Schröcken Wer gerne beim Wandern Felskontakt haben möchte, ohne dass man dafür anspruchsvoll klettern müsste, für den ist der Große Widderstein die richtige Tour. Kurz nach der Widdersteinhütte fängt es an, felsiger zu werden. Über feinsten Hauptdolomit geht es bis zum Gipfelkreuz.



Der Ausgangspunkt unserer Tour ist der Parkplatz am Hochtannbergpass (auf der Bregenzerwaldstraße zwischen Schröcken und Warth). Von dort aus sieht man bereits den Großen Widderstein und damit das Ziel. Auf der anderen Straßenseite geht es auf einem Wanderweg über Wiesen hoch zur Widdersteinhütte. Im Sommer grasen hier die Kühe. Auf der Widdersteinhütte kann man nach der Tour entspannt einkehren, denn von dort aus ist es bis ins Tal hinunter nicht mehr weit (circa eine halbe Stunde). Bei der Widdersteinhütte halten wir uns links. Bis zur nächsten Kreuzung queren wir das Plateau unterhalb des Felsmassivs. Von hier aus hat man bereits eine schöne Sicht auf die Berge des Bregenzerwaldes wie die Braunarlspitze und das Karhorn. An der Kreuzung halten wir uns rechts.




Jetzt kommt der schwierigere Abschnitt. Über Felsen aus Dolomit steigen wir hoch zum Gipfel. Am Anfang noch geröllig, wird das Gestein mit Zunahme der Höhenmeter fester und griffiger. Der Weg ist weder schwer noch ausgesetzt, jedoch führt dieser durch eine steinschlaggefährdete Rinne, weshalb es ratsam ist, einen Helm aufzusetzen. Ab und an braucht man auch die Hände, weshalb der Felssteig bis zum Gipfel in der leichtesten Kletterstufe (UIAA 1) angegeben ist. Oben am Gipfelgrat angekommen, muss man diesen einige Meter nach Osten queren, um zum Gipfelkreuz zu gelangen. Doch auch der Grat ist gut zu gehen, breit genug und nur nach Norden etwas ausgesetzt.



Vom Gipfel aus reicht der Blick bis zum Bodensee, ins Allgäu, Kleinwalsertal und in den Bregenzerwald. Mit 2533 Metern zählt der Große Widderstein zu einem der höchsten Berge im Bregenzerwald. Der Abstieg erfolgt auf gleichem Wege wie der Aufstieg. Jedoch kann man hier noch einen kleinen Abstecher auf den Südwestgipfel des Widdersteins machen (an der Stelle, wo es hinunter in die Rinne geht, auf dem Grat einfach geradeaus weitergehen).
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Den Großen Widderstein kann man auch von Baad aus bezwingen und/oder diesen umrunden. Auf der privat geführten Widdersteinhütte kann man zudem für eine Zweitagestour übernachten. Von Baad würde der Weg an der Bärgunthütte und Hochalpe vorbei auf den Gipfel führen. Auf der Rücktour kommt man dann an der Widdersteinhütte und in weiterer Folge an der Oberen Gemstalalpe und Hinteren Gemstalalpe vorbei. Der kürzeste Anstieg ist aber vom Hochtannbergpass mit rund zwei Stunden.



An der ersten Kreuzung unterhalb des Felsmassivs kann man noch einen kleinen Rundweg einschlagen. Dazu geht man rechts weiter, anstatt links zur Widdersteinhütte. Nach dem Seekopf passiert man die Hochalpe, bei der es dann wieder hinunter zum Parkplatz am Hochtannbergpass geht. VN-JUN
Widderstein
Gehzeit 4 Stunden
Kilometer circa 6
Höhenmeter 870
Einkehrmöglichkeiten Widdersteinhütte
Sonstiges Helm wegen Steinschlaggefahr empfehlenswert

