Einblick in die neue „Krone“ in Bludesch

Neubauprojekt „Krone“ nimmt in Bludesch konkrete Formen an und könnte ab 2022 umgesetzt werden.
Bludesch Mitte der 1980er-Jahre um einen großen Veranstaltungssaal erweitert, fristet das Kronengebäude im Ortskern von Bludesch seit vielen Jahren ein mehr als kümmerliches Dasein. Lediglich das Gemeindearchiv im Erdgeschoss und das -amt im ersten Stock sind noch übrig geblieben. „Im Grunde ist derzeit nur ein Stock belegt“, gibt Bürgermeister Martin Konzet an.
Das soll sich aber in Bälde ändern, denn seit geraumer Zeit werden in der Blumenegggemeinde Überlegungen angestellt, wie das markante Gebäude im Dorfzentrum eine Auffrischung bekommen und zudem besser genutzt werden könnte. Mit der Schaffung des Kellertheaters „Lampenfieber“ konnte vor vier Jahren ein erster Schritt in die richtige Richtung gesetzt werden. Über das EU-LEADER-Programm wurde ein Projekt ausgearbeitet und realisiert, das wieder mehr Leben in den Ortskern bringt. Im selben Aufwasch wurden auch erste Planungen für das übrige Gebäude angestellt und im Juli 2019 der Öffentlichkeit präsentiert. Hauptmanko des Bestandsgebäudes ist die mangelnde Barrierefreiheit. „Das Gebäude ist bezüglich der Nutzung, der technischen Gegebenheiten und der Barrierefreiheit ein Sanierungsfall“, hatte Alt-Bürgermeister Michael Tinkhauser schon damals gegenüber den VN angegeben.
Die Pläne von Architekt Josef Wurzer sehen vor, den historischen Altbau aufwendig zu sanieren und den vor gut 35 Jahren errichteten Zubau durch einen Neubau zu ersetzen. Über einen Lift samt Treppenhaus sollen die beiden Gebäudeteile miteinander verbunden sein. Im Altbau soll künftig das Kellertheater (Keller), das Gemeindeamt (Erdgeschoss), die Gemeindeärztin (1. OG) sowie ein neuer Veranstaltungssaal (DG) im Stil des Dachgeschosses der Villa Falkenhorst untergebracht sein. Der Saal soll bis zu 180 Besucher fassen, womit praktisch sämtliche Veranstaltungen abgedeckt werden könnten. „Der Saal hat viel Charme und wird sicher für eine Wiederbelebung des Hauses sorgen“, ist der Gemeindechef überzeugt. Kleinere Events würden weiterhin im Kellertheater stattfinden.
Ort der Begegnung
Im zu errichtenden Neubau würden eine Tiefgarage mit 26 Stellplätzen, 13 Wohnungen sowie rund 150 Quadratmeter an Geschäftsflächen neu entstehen. „Die Geschäftsflächen stehen ausschließlich Dienstleistern zur Verfügung, nicht dem Handel“, informiert Bürgermeister Konzet. „Zudem soll im Gebäude ein ‚Ort der Begegnung‘ entstehen, der den Bludescher Vereinen zur Verfügung stehen wird. Eine klassische Gastronomie wird es in der Krone künftig nicht mehr geben“, sagt Konzert weiter.
8,5-Millionen-Euro-Projekt
Wichtig für die finanzgeplagte Gemeinde ist die Tatsache, dass mit der Reka, einer 100-prozentigen Tochter der Raiffeisenbank Feldkirch, ein Partner gefunden wurde, der den Neubau finanzieren wird. „Die gesamten Projektkosten belaufen sich auf 8,5 Millionen Euro, wobei etwa 4,7 Millionen Euro von der Gemeinde zu stemmen sind“, informiert Konzet. Nach der coronabedingten Verzögerung sind die Baurechtsverträge inzwischen in der finalen Phase. Der Gemeindechef hofft, die Baueinreichung samt Bauverhandlung noch in diesem Jahr abwickeln zu können. „Dann könnten wir im Frühjahr 2022 mit den Ausschreibungen beginnen und ein Baustart im Sommer wäre realistisch“, so Konzet.




