Hohenems investiert in Notstrom, Meldestellen und Funkgeräte

Vorarlberg / 16.09.2021 • 11:00 Uhr
Die Freiwillige Feuerwehr zog Bilanz über 2018
Die Freiwillige Feuerwehr zog Bilanz über 2018

Stadtvertretung beschließt Blackoutkonzept.

Hohenems Ist man als Stadt darauf vorbereitet, wenn plötzlich, etwa aufgrund eines Anschlags oder einer Naturkatastrophe, die Versorgung mit Strom und Wasser zusammenbricht, dazu Verkehr und Telekommunikation lahmgelegt sind? In Hohenems stellte man sich diese Frage vor gut einem halben Jahr und begann damit, ein Notfallkonzept für den Fall eines Blackouts zu erarbeiten. Das fertige Papier wurde am Dienstag der Stadtvertretung vorgelegt. Die darin enthaltenen Maßnahmen sollen 95.000 Euro kosten.

Die Erinnerung an jüngste Katastrophen rief nicht nur Bürgermeister Dieter Egger (FP) wach, der an die Folgen von Hurrikan Ida in New Orleans erinnerte. Auch Arnulf Häfele (Steinbruchgegner) unterstützte das Konzept und erwähnte Dresden, wo ein Luftballon dafür gesorgt hat, das Hundertausende Menschen ohne Strom blieben.

Trinkwasser hat Priorität

Höchste Priorität, so der Bürgermeister, habe die Versorgung mit Trinkwasser. Um diese auch im Katastrophenfall aufrecht zu erhalten, benötigen die Pumpwerke Berg und Schwefelberg jeweils Notstromeinspeisungen, für das Pumpwerk Zachertobel müsse ein neues Notstromaggregat angeschaft werden. Ähnlich verhält es sich beim Abwasser, wo Notstromeinspeisungen beziehungsweise Aggregate für die Hohenemser Pumpwerke installiert werden müssen. Um den Betrieb des Notstroms für eine Woche aufrechtzuerhalten, kooperiert die Stadt mit der Firma ESW, die unter anderem 40.000 Liter Diesel vorhalten könne.

Handelt es sich bei diesen Investitionen meist um Beträge im vierstelligen Bereich kommt beim Feuerwehrhaus ein Paket von 54.000 Euro auf das Stadtsäckel zu, um dort den Notstrom zu gewährleisten. „Die bestehende Einspeisung deckt nur Teile des Funkraums und ein paar Notlichter und Steckdosen im Erdgeschoß ab“, heißt es im Bericht an die Stadtvertretung. Zu Arbeiten beim Hauptverteiler, der Kabelverlegung und Umschaltung am Abgangsschrank werden auch mobile Aggregate zum Einsatz im Stadtgebiet angeschafft.

Für die Kommunikation unter den Einsatzorganisationen wird eine Repeater-Funkanlage errichtet und dazu 15 Funkgeräte gekauft. Um Bürgern nach einem Zusammenbruch der Telekommunikation die Möglichkeit zu geben, Hilfe anzufordern, soll in den Kindergräten Reute und Hellbrunnenstraße sowie den Volksschulen Markt, Herrenried und Schwefel Meldestellen eingerichtet werden.

„Sollte die Stadtvertretung zustimmen, werden wir umgehend in die Ausschreibung gehen“, erklärte Egger. Die Zustimmung erfolgte einstimmig. Im diesjährgen Budget kommt das Blackoutkonzept nicht vor, die Kosten sollen daher durch Rücklagen und Mehreinnahmen aus verschiedenen Konten abgedeckt werden. Maßnahmen, die erst 2022 erfolgen können, werden dann für kommendes Jahr budgetiert, erklärte das Stadtoberhaupt und stellte klar, dass die 95.000 Euro nur eine Schätzung sind. Es gelte die Angebote aus der Ausschreibung abzuwarten.