PCR an den Schulen – eine neue Testära beginnt

Vorarlberg / 15.09.2021 • 05:45 Uhr
PCR an den Schulen - eine neue Testära beginnt
Das Equipment für die PCR-Tests steht an den Schulen bereit. Am Mittwoch werden die Schulkinder damit Bekanntschaft machen. VN/Serra

Der Aufwand ist groß, jedoch auch die Hoffnung in den Ertrag. Die Schulen sind bereit.

Schwarzach Der Antigentest ist gut, der PCR-Test ist besser. Getreu dieser Erkenntnis startet heute an den Schulen eine neue Testära. Das molekularbiologische Verfahren, mit dem das Coronavirus noch zielsicherer aufgespürt werden soll, kommt heute an den Schulen erstmals zur Anwendung. Geplant sind PCR-Tests ein Mal pro Woche, und das drei Wochen hintereinander zusätzlich zu zwei Antigentests im Rahmen der vom Bildungsministerium angeordneten Sicherheitsphase.

Der Aufwand für die PCR-Tests an den Schulen ist groß. Die Pädagoginnen und Pädagogen mussten gut darauf vorbereitet und mit dem benötigten Equipment vertraut gemacht werden.

Gespanntes Warten

Gesundheitsexperte Armin Fidler (63) begrüßt grundsätzlich das neue Instrumentarium an den Schulen, gibt aber zu bedenken, “dass wir halt eine gewisse Zeit auf die Ergebnisse warten müssen”. Außer Zweifel steht für ihn, dass sich das epidemiologische Geschehen durch die Impfung zusehends in Bereiche wie Schulen verlagert. “Und auch wenn die klinischen Folgen für nicht geimpfte Jugendliche und Kinder gering sind, können sie das Virus in andere Bevölkerungsschichten tragen. Abgesehen davon: Es gibt auch einige gesundheitlich beeinträchtigte Kinder und Jugendliche, die durch das Virus erkranken können.” Fidler verweist auf aktuelle Studien aus den USA und Deutschland, die die erwähnten Entwicklungen bestätigen. “Ich bin sehr gespannt, wie die Situation nach der Sicherheitsphase bei uns aussehen wird”, betont der Experte.

Armin Fidler begrüßt die PCR-Tests an den Schulen und hofft auf einen Schub für die Impfwilligkeit im Land. <span class="copyright">VN</span>
Armin Fidler begrüßt die PCR-Tests an den Schulen und hofft auf einen Schub für die Impfwilligkeit im Land. VN

“Ich bin sehr gespannt, wie sich die Situation nach der Sicherheitsphase an den Schulen darstellen wird.

Armin Fidler, Gesundheitsexperte

Nur der Rachen

Lehrervertreter Willi Witzemann bestätigt die umfangreichen Vorbereitungen auf die PCR-Tests an den Schulen durch das pädagogische Personal. “Der Aufwand dafür ist tatsächlich enorm, für pädagogische Akzente bleibt in dieser Phase kaum Zeit.” Witzemann attestiert der Bildungsdirektion eine gute Versorgungslogistik mit den notwendigen Kites.

Kritik gibt es an den PCR-Tests für Lehrer, welche diese in Eigeninitiative einmal pro Woche an einer der offiziellen Teststationen oder in einer Apotheke absolvieren müssen. “Die Gesundheitslandesrätin hat uns zugesagt, dass die Lehrer nur Rachenabstriche machen müssen. Einige Kollegen mussten sich aber auch Nasenabstrichen unterziehen”, klagt der Lehrervertreter. Dieses “Missverständnis” soll laut Bildungsdirektion ehestmöglich ausgeräumt werden. Die Lehrer können ihren PCR-Test an einem von ihnen gewählten Tag in der Woche absolvieren.

Österreicher sind Impfmuffel

Gesundheitsexperte Fidler sieht im verpflichtenden PCR-Test für Lehrer eine Chance, die Impfquote doch noch zu erhöhen. “Das wird vielleicht einigen Ungeimpften doch zu aufwendig. Ich denke, zehn Prozent der Bevölkerung sind insgesamt noch zu erreichen, die restlichen 20 Prozent haben sich in ihrer Anti-Impfhaltung einbetoniert.” EU-weit sind die Österreicher Impfmuffel und rangieren mit 60 Prozent im hinteren Drittel.

Dass Schüler und Lehrer durch PCR-Tests die Sicherheit an Schulen verbessern können, glaubt auch Elternvertreter Michael Tagger. “Der Spültest für die Kinder scheint unbedenklich. Die Frage ist halt nur: Wie schnell gibt es die Ergebnisse?”. Tagger begrüßt das von der Regierung angeordnete Sicherheitskonzept für die ersten drei Wochen. Einen Wunsch teilt er mit vielen anderen: “Ich hoffe, dass all das den notwendigen Erfolg bringt.”