Die Freibadsaison fiel ins Wasser

Vorarlberg / 14.09.2021 • 18:00 Uhr
Die diesjährige Freibadsaison zählt zu den besucherschwächsten.
Die diesjährige Freibadsaison zählt zu den besucherschwächsten.

Starke Besucherrückgänge in den Vorarlberger Schwimmbädern. Schuld war nicht Corona.

Hohenems, Nenzing, Feldkirch 140.000 Besucher. Diese Zahl möchte Ewald Petritsch, Bädersprecher und Geschäftsführer des Rheinauen im Hohenems im kommenden Jahr wieder auf seinem Bildschirm lesen. Heuer war man nämlich weit davon entfernt. In Summe passierten 72.000 Badegäste die Drehkreuze des beliebten Schwimmbads, was einem Minus von knapp 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (110.000 Gäste) entspricht. Noch schlechter war nur das Jahr 2014 mit 71.000 Besuchern. “Das Jahr 2015 war mit 136.000 Besuchern eines der besten Jahre, aber auch 2018 war mit 133.000 Badegästen sehr gut besucht”, erinnert sich Petritsch. “Da möchten wir wieder hin”. Hauptgrund für die maue Freibadsaison war laut Petritsch nicht die Coronapandemie und die damit verbundenen 3G-Kontrollen. “Wir mussten nur 1000 Besucher aufgrund von abgelaufenen oder ungültigen Coronatests wieder nach Hause schicken. In dieser Hinsicht sind wir relativ zufrieden.” Der Besucherrückgang sei in erster Linie auf das schlechte Wetter zurückzuführen, das vor allem die Ferienmonate betraf. Insgesamt verzeichnete man in diesem Sommer 39 Regentage, alleine im Juli und August waren es 11, bzw. 14. “Gegen das Wetter können wir ohnehin nichts machen und auf einen schlechten Sommer folgt bekanntlich ein guter. Das hoffe ich sehr”, blickt Petritsch optimistisch in die nächste Saison.

Auch das Waldbad in Feldkirch muss einen starken Besucherrückgang hinnehmen. Kamen 2020 trotz verspätetem Saisonstart 83.000 Gäste, waren es in dieser Saison nur 58.000. “Nur das Jahr 2014 war mit 52.000 Badegästen noch schlechter besucht”, liest Betriebsleiter Wolfang Melk aus seiner Statistik. Die Saisonkartenbesitzer seien jedoch voll und ganz auf ihre Kosten gekommen. “Diese kommen auch, wenn es mal bedeckt ist und genießen die Ruhe. Viele haben gesagt, dass es noch nie so schön war, bei uns zu schwimmen”, erzählt Melk schmunzelnd. Positiv hervorzuheben sei, dass es kaum Badeunfälle gegeben habe. “Im Waldbad musste die Rettung nur zwei Mal ausrücken, was für eine gesamte Saison sehr erfreulich ist.”

Impfstraße brachte Gäste

Im Walgaubad in Nenzing können Wasserratten in den teils beheizten Becken noch bis zum 2. Oktober ihre Bahnen ziehen. Dieses Konzept habe sich auch heuer bewährt, sagt Betreiber Oliver Tschabrun. “Auch bei schlechtem Wetter kommen die Leute.” Heuer waren es bereits 66.000 Badegäste. “Das sind zwar zehn Prozent weniger Eintritte als im letzten Jahr, aber aufgrund des guten Saisonkartenverkaufs haben wir fünf Prozent mehr Einnahmen erzielt”, bilanziert Tschabrun. Das Walgaubad habe durch die Nähe zur Impfstraße einen weiteren großen Vorteil gehabt. “Viele Vorarlberger sind durch die Impfung erst auf unser Bad aufmerksam geworden und sind beim zweiten Stich mit der ganzen Familie gekommen. Dadurch konnte ich viele neue Gäste gewinnen.”