VN-Wanderserie: Rundweg durch die Rappenlochschlucht, das Alploch und Kirchle in Dornbirn

Wir wandern von einem zum nächsten Naturdenkmal in den Wäldern beim Dornbirner Gütle.
Dornbirn Besonders an heißen Tagen eignet sich diese Tour, spendet sie doch in den Wäldern von Dornbirn und an der Dornbirner Ach angenehme Kühle. Der Rundweg durch die Rappenlochschlucht, das Alploch und das Kirchle startet beim Parkplatz Gütle (Parkticket kostet 2,20 Euro). Hier, im Gasthof Gütle, kann man auch am Ende der Tour einkehren, vorausgesetzt das Restaurant hat nicht, wie bei uns, gerade Mittagspause.


Am Berg-Mammutbaum vorbei, der bis zu 90 Meter hoch und über 3000 Jahre alt werden kann, gehen wir links den Schotterweg hoch, der uns zum Rappenlochstadl bringt, ebenfalls eine Einkehrmöglichkeit auf dem Weg. Ab hier beginnt die Rappenlochschlucht. Das einzigartige Naturdenkmal wurde im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung begehbar gemacht. Durch die Errichtung der Staumauer und später des Stausees wurde u. a. Strom für die Spinnerei produziert. Das Besondere an dem Gebiet sind die verschiedenen Gesteinsarten, die vor 85 Millionen Jahren zusammengeschoben wurden; harter, spröder Kalk trifft auf weichen Mergel. So entstand die kontrastreiche Schluchtlandschaft.



Teile der Rappenlochschlucht sind gesperrt
Momentan ist die Rappenlochschlucht aufgrund von Bauarbeiten nur teilweise begehbar. Der Weg schlängelt sich entlang der Dornbirner Ach. Nachdem wir auf der Staumauer die Seite gewechselt haben, müssen wir 187 Stufen hinaufsteigen. Der Weg zum Aussichtspunkt, weiter in die Schlucht hinein, ist ebenso gesperrt wie der obere Abschnitt nach den 187 Stufen. Ab da folgen wir den Umleitungsschildern Richtung Staufensee, der 1895 entstand, um die Dornbirner Industriebetriebe mit Energie zu versorgen. Weiter auf der Straße mit regem Verkehr gehen wir zum anderen Ende des Sees. Dort zweigt geradeaus weiter ein Wanderweg ab, der am Kiosk direkt an der Dornbirner Ach endet.
Hinter dem Kraftwerk Ebensand lotst uns die nächste Hinweistafel weiter durch das Alploch, eine weitere Schlucht, die, wie ich finde, um einiges schöner ist als die Rappenlochschlucht. Auf Holzstegen gehen wir immer dicht am Felsen entlang, zu unseren Füßen rauscht das klare, blaue Wasser talwärts durch die enge Schlucht aus Kalkgestein. Dieses ist reich an Fossilien, denn vor 120 Millionen Jahren waren die Alpen noch Meeresgrund.



Nach dem Alploch verbleibt man bis zum Gütle im Wald. Kräftige Wurzeln graben sich in Felsbrocken ein. Man wandert unter einem grünen, schattigen Blätterdach. Nachdem wir eine Straße passiert haben, steigen wir geradeaus weiter über Stufen, Wurzeln und Steine hinauf zum Kirchle. Ab hier wird der Weg schmaler und steiler. Nach einer halben Stunde erreicht man das dritte Naturdenkmal auf dieser Tour, das Kirchle. Die Form der Auswaschung dieser trocken gelegenen, aus der letzten Eiszeit stammenden Schlucht erinnert an ein Kirchengewölbe. Der Anblick nach oben ist imposant und überwältigend, wenn man inmitten dieser Schlucht steht. Die mächtigen, überhängenden Felswände lassen einen ganz mickrig wirken.




Nachdem wir die Schlucht durchquert haben, geht es gemütlich weiter durch den Wald. Wenn man auf eine asphaltierte Straße trifft, muss man sich zunächst rechts halten. Hier geht es ein Stück bergauf, bevor wenig später ein breiter Weg (Richtung Amannsbrücke) nach links abbiegt, der auch von Mountainbikern viel befahren wird. VN-JUN

