Wachsender Unmut über Ungeimpfte

Vorarlberg / 06.09.2021 • 05:05 Uhr
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In der Schweiz hat man vor allem Reiserückkehrer im Verdacht als Infektionstreiber unter den Schülern.

SCHWARZACH In der Schweiz ist die vierte Welle dieser Pandemie heftiger als in Österreich: Vorarlberg liegt bei 116 bestätigten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Im Kanton Appenzell Innerrhoden ist die Inzidenz auf mehr als 500 geklettert. Nach Einschätzung des Kantonsarztes Markus Schmidli hängt das mit dem Schulbeginn zusammen: Betroffen seien „schwergewichtig Primarschüler“, so der Mediziner: Anzunehmen sei, dass sie sich mit ihren Familien in einem Urlaubsland angesteckt hätten und es nun zu einer Ausbreitung an den Schulen komme.

Hauptsächlich Reiserückkehrer

Im Kanton St. Gallen ist die Inzidenz bestätigter Infektionen mehr als zweimal größer als in Vorarlberg und die Zahl der Intensivpatienten mit 23 in Relation zur Bevölkerung um ein Vielfachs größer. Am Kantonsspital geht‘s an die Substanz, wie Sprecher Philipp Lutz den VN berichtet: „Das Personal wird seit eineinhalb Jahren ganz besonders gefordert, physisch wie emotional.“ Auf der Intensivstation spüre man „Unmut und Unverständnis gegenüber der Situation mit den zahlreichen ungeimpften Ferienrückkehrern.“ Bis auf einen Intensivpatienten mit einer Immunkrankheit seien alle ungeimpft. Bei den Reiserückkehren handle es sich „fast ausschließlich um Menschen mit Migrationshintergrund, die während den Schulsommerferien in Balkanländern auf Heimaturlaub waren“.

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Das sorgt für Spannungen in der ganzen Schweiz. In Zürich hat der Regierungsrat ein albanisches Musikfestival abgesagt: Ein Blick in die Spitäler zeige, dass sich „überdurchschnittlich viele Reiserückkehrer aus dem Balkan“ infiziert hätten: „Daraus lässt sich schließen, dass die Impfquote in dieser Bevölkerungsgruppe zu tief ist, um eine solche Großveranstaltung verantworten zu können.“ In einem Interview mit dem albanischen Fernsehen versucht der eidgenössische Gesundheitsminister Alain Berset zu beruhigen: Gute die Hälfte der infizierten Menschen in der Schweiz hätten sich aktuell im Ausland angesteckt. „Aber es wäre falsch, auf ein Land oder eine Region zu zeigen.“