Land hält an Winterkodex fest

Vorarlberg / 06.09.2021 • 05:55 Uhr
Land hält an Winterkodex fest

Wintertourismus mit überarbeitetem Corona-Sicherheitskonzept. Storno-Versicherung fällt, „scharfe Kontrollen“ angekündigt.

Bregenz Eine herausfordernde Sommersaison im heimischen Tourismus geht ins Finale. Schlechtes Wetter, kurzfristige Buchungen und die Covid-Unsicherheit haben der Branche zu schaffen gemacht. Eine erste Zwischenbilanz fällt dennoch positiv aus. Auch wenn das Vorkrisenniveau deutlich außer Reichweite liegt, haben Gäste-Ankünfte und Nächtigungen im Vergleich zum Vorjahr kräftig zugelegt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sehen die Verantwortlichen in der Corona-Sicherheitsstrategie. Ähnlich wie das Tourismus-Land im Sommer mit „Sicher zu Gast in Vorarlberg“ bei Urlaubern punkten konnte, soll auch im Winter ein Präventionskonzept Gäste anlocken. „Wir haben die Rückmeldung, dass ein gutes Covid-Sicherheitskonzept beim Buchungsverhalten eine wichtige Rolle spielt“, sagt der zuständige Tourismuslandesrat Christian Gantner. Hinter den Kulissen werden deshalb derzeit die Weichen für einen überarbeiteten Winterkodex gestellt.

Hohe Kompetenz erarbeitet

Mit dem Winterkodex Vorarlberg ist die Tourismusregion im Vorjahr in Vorleistung gegangen. Weil Hotels geschlossen blieben und Skigebiete nur begrenzt öffnen konnten, wurde vieles in der Praxis nie umgesetzt. Mitarbeiter und Gastgeber hätten sich aber eine hohe Kompetenz erarbeitet. Darauf könne man jetzt aufbauen. „Wir werden auch heuer wieder einen Winterkodex haben und damit auch offensiv nach außen gehen“, bestätigt Gantner. Der Vorarlberger Weg solle weitergeführt werden, ohne allerdings einen Alleingang zu unternehmen.

Ein Testangebot wird es im Tourismus auch weiterhin geben. Allerdings werde es an Bedeutung verlieren, weil die meisten Reisenden geimpft seien, heißt es seitens des Landes. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Ein Testangebot wird es im Tourismus auch weiterhin geben. Allerdings werde es an Bedeutung verlieren, weil die meisten Reisenden geimpft seien, heißt es seitens des Landes. VN/Steurer

Schon in dieser Woche treffen erstmals die wichtigsten Branchenvertreter mit der Landesregierung zusammen, um Eckpunkte des Covid-Sicherheitskonzeptes für den kommenden Winter festzulegen. Man wolle wieder die gesamte Tourismusfamilie zusammennehmen, setzt das Land auf eine breite Unterstützung der Maßnahmen. Neben Hoteliers und Liftbetreibern würden auch Sportgeschäfte, Skischulen oder Privatzimmervermieter dazu zählen, erklärt Gantner im Gespräch mit den VN.

Adaptierung notwendig

Weil sich die Rahmenbedingungen nach zwölf Monaten Coronakrise geändert haben, soll auch der im Vorjahr erarbeitete Winterkodex gründlich adaptiert werden. Schon jetzt steht fest: Die als Destination angebotene Gratis-Corona-Stornoversicherung wird es nicht mehr geben. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis spreche dagegen. Das Abwasser-Monitoring wird hingegen verstärkt und es werde auch weiterhin ein Testangebot geben müssen, stellt Gantner klar. Allerdings würde dieses an Bedeutung verlieren, weil Reisende in einem hohen Maße geimpft seien, spricht der Landesrat von Erfahrungen der letzten Monate.

Kein Alleingang

Eine Schlüsselrolle spielt in der kommenden Wintersaison der Impffortschritt und die damit verbundenen noch offenen Regeln. Bei 3G oder 1G müsse man auf die Entscheidungen aus Wien warten. „Da wird es jedenfalls keinen Vorarlberger Alleingang geben können“, stellt Gantner fest. Dem Land sind nicht nur bundesweit einheitliche Impfregelungen wichtig, diese sollten auch regional abgestimmt sein. Vorarlberg setze sich dafür etwa über die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) ein. Als verantwortungsvoller Gastgeber richtet das Land einen Impf-Appell an die Tourismusmitarbeiter. Auch wenn es keine gesicherten Branchen-Daten gebe, verzeichne man in den Tourismusgemeinden eine hohe Impfrate.

Das Land hofft auf eine hohe Impfbereitschaft in der Tourismusbranche. Die Impfquote in den Tourismusorten sei jedenfalls überdurchschnittlich. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Das Land hofft auf eine hohe Impfbereitschaft in der Tourismusbranche. Die Impfquote in den Tourismusorten sei jedenfalls überdurchschnittlich. VN/Paulitsch

Der Winterkodex soll am Ende mehr als nur ein Sicherheitskonzept am Papier sein. Deshalb stellt Gantner schon jetzt klar, dass die Regeln auch „scharf kontrolliert werden“.