Artenne Nenzing zeigt insgesamt 24 künstlerische Werke

Die Ausstellung “Ein Stück Heimat” ist am 5. September gestartet.
Nenzing Die Artenne Nenzing setzt sich in ihrer kommenden Ausstellung mit dem Heimatbegriff auseinander. Unter dem Titel „Ein Stück Heimat“ werden ab Sonntag, 5. September, insgesamt 24 künstlerische Positionen gezeigt, die mit jeweils ganz speziellen Aspekten zum Thema aufwarten.
Heimat ist oft an einen bestimmten Ort gebunden. Und dennoch ist sie meist mehr als nur ein Zuhause, in dem man lebt. Sprache, Landschaft, Gebäude, Brauchtum und vor allem die Menschen, die an dem Ort leben, prägen den Begriff. Und viele Erinnerungen, die damit verbunden sind. Die Bedeutung von Heimat wird einem manchmal auch erst dann bewusst, wenn man ihr fern ist und plötzlich gewisse Dinge fehlen.
Der Titel „Ein Stück Heimat“ impliziert bereits, dass es viele Heimaten gibt. Zum Ausdruck gebracht wird dies nicht nur anhand der bildnerischen Beiträge, sondern auch durch Musikaufführungen, Lesungen, Vorträge und Wanderungen, die das Ausstellungsprojekt begleiten. Auch werden kurze Statements von Menschen aus der Region oder auch von Schriftstellern wie etwa Monika Helfer oder Daniel Wisser in Audiostationen zu hören sein, in denen sie ihren Zugang zu „Heimat“ skizzieren. Bewohner wurden eingeladen, ein Objekt mit Text zum Thema beizutragen.
Was Heimat ist und was nicht
Natürlich kann die Ausstellung „Ein Stück Heimat“ keine neue Definition von „Heimat“ liefern. Aber es sollen Teilaspekte davon sichtbar werden, was „Heimat“ vielleicht alles sein könnte (und was nicht). Wie „identitätsstiftend“ oder auch zynisch entlarvend etwa Volksmusik sein kann, belegt eine Fotoserie des Tiroler Fotografen Lois Hechenblaikner. Für diese Langzeitdokumentation besuchte Hechenblaikner über zwanzig Jahre lang Konzerte und Festivals, bei denen die Zillertaler Schürzenjäger, die Kastelruther Spatzen, Andreas Gabalier und immer wieder Hansi Hinterseer auftraten.
Wegkreuze und Wegweiser
Auch der 1962 in Hard geborene Fotograf Gerhard Klocker ist mit einer Langzeitdokumentation in der Ausstellung vertreten. Für sein Projekt „INRI“ lichtete er rund 250 Wegkreuze in Vorarlberg, Tirol und Südtirol ab. Diese Schwarz-Weiß-Aufnahmen berühren und irritieren abseits des religiösen Hintergrunds, weil Klocker das Mittel der Nahaufnahme gewählt hat, die den Aspekt des Leidens gleichsam in den Vordergrund zoomt. Die finnische Künstlerin Tea Makinpää und die nach Jahrzehnten in Australien nun ins Ländle zurückgekehrte Künstlerin Monika Thomas wiederum haben im Zuge einer Gemeinschaftsarbeit ganz spezielle Wegweiser entwickelt, die Bezug auf die Geschichte des Landes oder eine verblüffende geografische Besonderheit innerhalb und jenseits des Walgaus nehmen, während der Schrunser Künstler und Kunstforumleiter Roland Haas anhand von großformatigen Acrylarbeiten die schizophrene Bautätigkeit im hochalpinen Bereich ins Bild setzt.
Sonderschau in der Schau
Dies sind nur einige von zahlreichen interessanten Beiträgen. Als eine Art „Sonderschau“ in der Schau wird mit Andreas Amann, Lisa Egger, Karl Heine, Angelo Montibeller, Johann „Hans“ Oberbacher und Albert Rauch auch eine Gruppe von bereits verstorbenen Landschaftsmalern präsentiert, die sich um 1950 und danach vor allem mit dem Walgau als Thema beschäftigt haben. Die Landschaft diente diesen Kunstschaffenden unter anderem als „Projektionsfläche“, um innere Zustände malerisch umzusetzen.

